Streitpunkt Falkland-InselnKlebezettel verhindert Eklat wegen Weltkarte in Paris

In der französischen Nationalversammlung kommt es fast zum Eklat: Der argentinische Botschafter will nicht sprechen. Er stört sich an einer Weltkarte hinter ihm.
Aus Ärger über die Darstellung der Falklandinseln musste in der französischen Nationalversammlung bei der Anhörung des argentinischen Botschafters ein Klebezettel auf eine Weltkarte geklebt werden. Zu Beginn seiner Befragung sagte Botschafter Ian Sielecki im Außenausschuss, er müsse leider auf ein großes Problem hinweisen. "Ich habe soeben festgestellt, dass ich vor einer Karte sitze, die die Falklandinseln als Teil Großbritanniens zeigt."
Auch juristisch sei das ein Problem, sagte Sielecki, der sich direkt vor dem Kartenteil mit der Inselgruppe im Südatlantik befand. "Ich kann als Vertreter des argentinischen Staates nicht frei vor dieser Karte sprechen. Das würde eine Situation legitimieren, die eine Verletzung, einen Angriff auf die Souveränität meines Landes, auf die Ehre selbst der argentinischen Nation darstellt."
"Das ist, als wenn ..."
Der Ausschussvorsitzende Bruno Fuchs wies zunächst darauf hin, dass die Inseln auf der Karte in Klammern gesetzt seien. Man wisse also, dass es sich um ein umstrittenes Gebiet handle. Doch der Argentinier legte nach: "Das ist, als wenn man den Botschafter der Ukraine bitten würde, vor einer Karte zu sprechen, die Luhansk oder die Krim als legitimen Teil Russlands zeigt." Ob es nicht irgendwie möglich sei, die Karte während seiner Anhörung zu bedecken. Als aus dem Saal der Vorschlag kam, einen Post-it-Klebezettel zu nutzen, antwortete der Botschafter: "Es wäre sehr gut, wenn Sie das tun könnten."
Nachdem diese Lösung vorgeschlagen worden war, begann Sielecki seine thematischen Ausführungen. Wenige Minuten später brachte ein Abgeordneter dann den Klebezettel auf der Weltkarte an und überdeckte die Falklandinseln.
Die Falklandinseln stehen seit 1833 unter britischer Verwaltung. 1982 griff Argentinien die Inseln an. Nach mehreren Niederlagen der argentinischen Streitkräfte unterzeichneten beide Seiten einen Waffenstillstand. Argentinien erhebt weiterhin Anspruch auf die Inselgruppe, die es Islas Malvinas nennt. 2013 sprachen sich die Bewohner der Inseln mit großer Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien aus.