Trumps Weg nicht mitgehenKlingbeil: "Dürfen uns nicht erpressen lassen"

Der US-Präsident will Deutschland und sieben andere europäische Staaten für ihre Unterstützung Dänemarks im Grönland-Konflikt mit Sonderzöllen belegen. Die Europäer überlegen, wie sie kontern können.
Deutschland und die übrigen betroffenen Staaten wollen die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Sonderzöllen im Grönland-Konflikt nicht auf sich sitzen lassen. "Wir dürfen uns nicht erpressen lassen von dem, was da gerade passiert", sagte Vizekanzler Lars Klingbeil. Den Weg, den Trump einschlage, könne man nicht mitgehen.
Zwar werde die Hand in Richtung USA immer ausgestreckt bleiben, man wolle eine gemeinsame Lösung finden, sagte der Bundesfinanzminister am Rande eines Auftritts in Rheinland-Pfalz. "Wir lassen uns nicht provozieren. Nicht mit Zöllen, nicht mit Worten." Doch der SPD-Chef fügte hinzu: "Für mich ist wichtig, dass es eine gemeinsame deutliche Antwort der Europäer gibt. Sie muss klar in den USA gehört werden."
Er und Bundeskanzler Friedrich Merz seien sich in dieser Frage sehr einig. "Wir sind in enger Absprache in der Bundesregierung. Wir stimmen uns gerade sehr eng mit den europäischen Partnern ab."
Ein beispielloser Eklat
Trump hatte in einem beispiellosen Schritt am Samstag unter Verweis auf den Konflikt um Grönland zusätzliche Zölle ab Februar gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten angekündigt - alle von ihnen Nato-Länder. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump auf Truth Social.
Der US-Präsident beansprucht die zum Königreich Dänemark gehörende Insel als Staatsgebiet für Amerika - was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Trump zufolge würden ansonsten Russland oder China die Insel übernehmen. Die Nato-Verbündeten sind dagegen überzeugt, dass Grönland gemeinsam geschützt werden kann. Sie stellen sich an die Seite des EU-Partners Dänemark.
Trump übte auch heftige Kritik daran, dass Deutschland und andere europäische Nato-Staaten auf Einladung Dänemarks einige Soldaten für eine Erkundungsmission vor einer Militärübung auf die Insel geschickt haben. Die Bundeswehr ist mit 15 Soldaten beteiligt. Diese wurden inzwischen wieder zurückbeordert, wie ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr mittlerweile bestätigte.
Sie waren erst am Freitag auf Grönland angekommen - am Samstagabend hieß es noch, es sei nicht absehbar, wie lang der Aufenthalt sein werde. Nun sagte der Sprecher des Führungskommandos, das Team habe den Auftrag erfüllt. "Die Erkundungsergebnisse werden in den kommenden Tagen ausgewertet."