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Ukraine lässt verhaftete Oppositionelle frei Klitschko und Janukowitsch verhandeln

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Die Regierungsgegner weiteten ihre Protestlager im Stadtzentrum von Kiew wieder aus.

(Foto: imago stock&people)

In der Ukraine kommt Bewegung in die verfahrene politische Situation. In der von Protesten erschütterten Hauptstadt sitzen sich Präsident Janukowitsch und Oppositionsführer Klitschko an einem Runden Tisch gegenüber.

In der von Protesten erschütterten Ukraine hat ein Runder Tisch mit Präsident Viktor Janukowitsch und Oppositionsführer Vitali Klitschko begonnen. Die beiden Rivalen saßen sich bei dem im Internet übertragenen Krisengespräch direkt gegenüber. Janukowitsch hatte zuvor Straffreiheit für die in den vergangenen Wochen festgenommenen proeuropäischen Demonstranten versprochen. "Leute, die festgenommen wurden, sollten freigelassen und dieser Konflikt beendet werden", sagte Janukowitsch. Auch wer bereits verurteilt sei, solle wieder freikommen, erklärte der Staatschef demnach weiter. "Wir werden Janukowitsch mit unseren Forderungen konfrontieren und sind gespannt auf seine Antworten", sagte Klitschko.

Die Freilassung festgenommener Demonstranten war eine der Hauptforderungen der Opposition. Außerdem verlangt sie die Bestrafung der Verantwortlichen für die gewaltsame Niederschlagung der Proteste durch die Polizei und den Rücktritt der Regierung, um die Ukraine wieder auf einen europafreundlicheren Kurs zu bringen.

Derweil weiteten die Regierungsgegner ihre Protestlager im Stadtzentrum von Kiew wieder aus - über die Grenzen des seit Wochen mit Barrikaden befestigten zentralen Unabhängigkeitsplatzes Maidan.

Oligarch warnt vor der Spaltung des Landes

Angesichts des festgefahrenen Machtkampfes in der Ex-Sowjetrepublik forderte der einflussreiche Milliardär Rinat Achmetow die Politiker auf, die Probleme rasch zu lösen. Es müsse ein Tisch des "Friedens, des Kompromisses und der Zukunft" werden. Der Industrielle und Präsident des Fußballclubs Schachtjor Donezk warnte davor, dass das in einen russischsprachigen Osten und ukrainisch nationalistisch geprägten Westen gespaltene Land in dem Konflikt zerbrechen könnte. "Wir sind ein Land. Und es zu teilen, ist nicht nötig", betonte er.

Angesichts der Krise will auch der russische Außenminister Sergej Lawrow am kommenden Montag mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zusammenkommen. Geplant sei ein gemeinsames Essen in Brüssel, teilten Diplomaten mit. Thema des Treffens sei auch die Vorbereitung des nächsten EU-Russland-Gipfels Ende Januar.

Bei den seit mehr als drei Wochen in der Ukraine andauernden proeuropäischen Protesten geht es auch um einen innenpolitischen Richtungsstreit der Ex-Sowjetrepublik zwischen der EU und Russland. Sowohl Moskau als auch Brüssel bieten dem Land eine enge Partnerschaft an. Russland hält die Proteste in der Ukraine für vom Westen gesteuert und als Teil des Machtkampfs in dem Land vor der Präsidentenwahl im März 2015.

Die Regierung in Kiew hatte eine Kredithilfe von 20 Milliarden Euro gefordert. Vor dem Ostpartnerschaftsgipfel Ende November in Litauen stellte die EU laut Diplomaten 600 Millionen Euro in Aussicht.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/rts

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