Politik

"Antwort auf russische Aggression" Klitschko will Waffen aus dem Westen

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Die ukrainische Armee ist größtenteils mit veraltetem Gerät - hier eine Haubitze aus sowjetischer Produktion - ausgestattet.

(Foto: REUTERS)

Zum ersten Jahrestag des Massakers auf dem Maidan gedenkt Kiews Bürgermeister Klitschko der mehr als hundert Toten. Und er fordert ein klares Zeichen gegen Russlands Präsident Putin.

Angesichts der brüchigen Waffenruhe in der Ukraine hat der Bürgermeister der Hauptstadt Kiew, Vitali Klitschko, schärfere Sanktionen des Westens gegen Russland und Waffenlieferungen an sein Land gefordert. Die Ukraine brauche "eine Antwort auf die andauernde russische Aggression - noch viel schärfere Sanktionen und die Lieferung von Defensivwaffen", schrieb Klitschko in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung. Ziel sei, dass Russlands Staatschef Wladimir Putin "klar erkennt, er kann so nicht weitermachen".

Zum ersten Jahrestag der heftigen Straßenkämpfe auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz, bei denen mehr als hundert Menschen getötet worden waren, schrieb Klitschko: "Der heutige Jahrestag des Maidan sollte auch Europa an die Verantwortung für die Ukraine erinnern." Der 20. Februar 2014 sei der "tragischste Tag der Maidan-Proteste und gleichzeitig die Befreiung von einem Diktator", erklärte er mit Blick auf den gestürzten Staatschef Viktor Janukowitsch. Er "trauere um die vielen Opfer", sei "aber gleichzeitig stolz" auf den Volksaufstand.

Noch heute will Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris mit dem französischen Präsidenten François Hollande über die Ukraine-Krise beraten. Beide hatten mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko die Minsker Vereinbarung vom 12. Februar ausgehandelt, die konkrete Maßnahmen für ein Ende des Konflikts in der Ostukraine vorsieht.

Dazu zählt neben einer Waffenruhe unter anderem auch der Abzug schwerer Waffen. Die seit Sonntag geltende Waffenruhe wurde bereits mehrmals gebrochen, die Rebellen brachten seitdem die Stadt Debalzewe vollständig unter ihre Kontrolle. Berlin und Paris lehnen Waffenlieferungen an die Ukraine bislang ab, die USA erwägen einen solchen Schritt allerdings.

Quelle: ntv.de, jve/AFP