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Amnesty rügt Anti-IS-Kampf in Syrien Koalition tötete bis zu 300 Zivilisten

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Ein britischer Tornado, der an den Anti-IS-Einsätzen in Syrien teilnimmt.

(Foto: dpa)

Der Zweck, Syrien von den IS-Terroristen zu Befreien, darf laut Amnesty International nicht die Mittel heiligen. Die Menschenrechtler dokumentieren in einem Bericht "unverhältnismäßige" und "willkürliche" Angriffe der Militärkoalition unter US-Führung.

Das von den USA angeführte Militärbündnis in Syrien hat im Kampf gegen die Islamistenmiliz IS nach Ansicht von Amnesty International zu wenig getan, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Der Schaden für Zivilisten werde bei den Einsätzen der Koalition deutlich unterschätzt, sagte Lynn Maalouf vom Büro der Menschenrechtsorganisation in Beirut.

Amnesty dokumentierte elf Angriffe seit September 2014, bei denen bis zu 300 Zivilisten getötet worden seien. In jedem dieser Fälle seien nur unzureichende Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung ergriffen worden. Einige der Angriffe könnten als unverhältnismäßig oder als willkürlich bezeichnet werden.

Das US-Verteidigungsministerium hat erklärt, es werde große Sorgfalt darauf verwandt, den Schaden für Zivilisten möglichst gering zu halten. Nach US-Angaben vom Juli kamen bei Luftangriffen gegen Extremisten-Stellungen im Irak und Syrien zwischen dem 28. Juli 2015 und dem 29. April dieses Jahres 14 Zivilisten ums Leben.

Die Anti-IS-Koalition, die auch an der Großoffensive irakischer und kurdischer Truppen gegen Mossul im Irak beteiligt ist, bereitet sich derzeit auf die Befreiung der syrischen Stadt Al-Rakka vom IS vor. "Während wir hier stehen, helfen wir, die lokalen Kräfte aufzubauen, die das tun werden", sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter nach einem Treffen der Koalition in Paris. Unter der Leitung Frankreichs und der USA hatten Verteidigungsminister aus 13 Ländern dort über das weitere Vorgehen im Irak und in Syrien beraten.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts/dpa

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