Politik

Party im Hochsicherheitstrakt Köln feiert Silvester unter Polizeischutz

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Hochauflösende Kameras sollen jeden Schritt auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz aufnehmen.

(Foto: imago/Future Image)

Die massenhaften Übergriffe in der letztjährigen Silvesternacht beschädigen den Ruf von Köln nachhaltig. Damit sich die Vorkommnisse nicht wiederholen, steigt die Feier dieses Jahr unter verschärften Bedingungen.

Ein Jahr nach den massenhaften sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht feiert Köln mit einem großen Polizeiaufgebot den diesjährigen Jahreswechsel. "Die Einsatzkräfte sind sehr gut vorbereitet in die gesamte Einsatzlage hinein gegangen", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit. Die Kölner Polizei bot rund 1500 Beamte auf - etwa zehnmal so viele wie vor einem Jahr. "Ich glaube, es gehört zur polizeilichen Professionalität, dass eine Anspannung da ist", sagte Mathies.

In der zurückliegenden Silvesternacht war es zu massenhaften sexuellen Übergriffen und chaotischen Zuständen am Kölner Hauptbahnhof gekommen. Unter den Beschuldigten waren viele Flüchtlinge - Köln geriet weltweit in die Schlagzeilen.

Polizei und Stadt wollten Ähnliches in diesem Jahr unbedingt verhindern. Dazu gehörte auch eine genaue Beobachtung der sozialen Netzwerke, wie Mathies sagte. "Da müssen wir genau sehen, was wir von einzelnen Informationen auch tatsächlich halten. Das beobachten wir." Er gehe davon aus, dass man schnell über ernstzunehmende Entwicklungen informiert werde - und dann auch schnell reagieren könne.

Einlasskontrollen an der Domplatte

Auf der Kölner Domplatte inszenierte der Berliner Lichtkünstler Philipp Geist eine Multimedia-Show. Dabei wurden Wörter auf den Boden und an Häuser projiziert, die die Kölner in den Tagen zuvor vorgeschlagen hatten - etwa "Anstand" und "Erinnerung".

Wer auf die Domplatte wollte, musste sich allerdings Einlasskontrollen unterziehen. Rund um den Dom wurde eine Zone eingerichtet, in der Feuerwerk verboten war. Neu installierte hochauflösende Videokameras übertrugen Bilder vom Vorplatz des Hauptbahnhofs live ins Polizeipräsidium. Zudem gab es mehrere Straßensperren. Nach dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wurden unter anderem Betonklötze aufgestellt, um zu verhindern dass Lastwagen in Menschenmengen fahren können.

Auch andere deutsche Städte haben nach den Übergriffen in Köln und dem Anschlag in Berlin aufgerüstet. In der Düsseldorfer Altstadt ist das Böllern wie in Köln erstmals verboten. Dies gilt ebenfalls in Frankfurt/Main, zumindest an der beliebten Mainbrücke Eiserner Steg und in einem abgesperrten Sicherheitsbereich am Fluss.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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