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Nach kurzer Krankheit Kofi Annan ist tot

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Kofi Annan wurde 80 Jahre alt.

(Foto: picture alliance / Albin Lohr-Jo)

Der ehemalige UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan ist gestorben. Er wurde 80 Jahre alt. Der Ghanaer starb im Kreise seiner Familie friedlich nach einer kurzen Krankheit.

Kofi Annan ist tot. Das hat mit großem Bedauern die Kofi-Annan-Stiftung auf Twitter mitgeteilt. Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen starb am 18. August im Kreise seiner Familie nach kurzer Krankheit, schreibt die Stiftung weiter. Seine Frau Nane und seine drei Kinder seien in den letzten Tagen bei ihm gewesen. Annan wurde 80 Jahre alt.

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Die Kofi-Annan-Stiftung bezeichnet ihn als einen Staatsmann, der sich sein Leben lang für eine gerechtere und friedlichere Welt eingesetzt habe. Sie würdigte den Diplomaten als denjenigen, der "viele Menschen mit seinem tiefen Mitgefühl und seiner Empathie bewegt hat". Er war eine Inspiration für Jung und Alt.

Er habe sich als Sohn Ghanas immer mit besonderer Verantwortung für die Belange Afrikas eingesetzt. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt er 2001 zusammen mit den Vereinten Nationen, die er zwischen 1997 und 2006 leitete, den Friedensnobelpreis. 

Erster aus Afrika stammender UN-Generalsekretär

Kofi Annan, der am 8. April 1938 geboren wurde, verbrachte fast sein gesamtes Berufsleben bei den Vereinten Nationen. 1997 wurde der Ghanaer auf Vorschlag der USA, die sich einer Wiederwahl des Ägypters Butros Butros-Ghali widersetzten, als erster aus Afrika südlich der Sahara stammender Politiker zum UN-Generalsekretär.

Fünf Jahre später hatte er sich international einen solchen Ruf erworben, dass seine Wiederwahl unumstritten war. In seinen zehn Jahren an der Spitze der Vereinten Nationen galt Annan als das moralische Gewissen der Welt. Er setzte sich mit Charisma und diplomatischem Geschick für Arme und Unterdrückte ein, warb für Frieden und Gerechtigkeit und bot den USA im Streit um den Irakkrieg die Stirn.

Immer wieder bekam er aber auch die Ohnmacht der Weltorganisation zu spüren. Sein letzter Einsatz wurde zu einem schweren Misserfolg. Fast sechs Monate lang versuchte Annan als UN-Sondergesandter, eine Lösung für den Syrienkonflikt zu finden und den Krieg zu einem Ende zu führen. Doch die Interessensgegensätze der syrischen und ausländischen Kriegsparteien waren zu groß.

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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