Politik

Spahn will Privatkauf erlauben Kommen bald Schnelltests für zu Hause?

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Corona-.Schnelltests soll es künftig auch für daheim geben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sich selbst auf das Coronavirus zu testen, ist nicht möglich - denn Schnelltests dürfen bislang nicht an Privatpersonen abgegeben werden. Das soll sich nun ändern. Gesundheitsminister Spahn plant eine Änderung der Abgabeverordnung. Doch es gibt noch Hürden.

In der Corona-Krise sollen die Bürger bald Zugang zu Heimtests bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Änderung der "Medizinprodukte-Abgabeverordnung", wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können. Zuvor hatten mehrere Medien über das Vorhaben unter Berufung auf einen entsprechenden Entwurf aus dem Ministerium berichtet. Im Moment dürfen Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen sowie Bildungseinrichtungen abgegeben werden.

Perspektivisch würden auch Tests zur Eigenanwendung durch Laien eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen, heißt es in dem Entwurf. "Solche Tests sind ein wichtiger Beitrag zur Optimierung der Teststrategie in Deutschland." Auch wenn es bisher keine CE-zertifizierten Tests zur Eigenanwendung auf dem Markt gebe, solle durch die Aufhebung der Abgabebeschränkung ein Anreiz geschaffen werden, heißt es weiter. Mit dem CE-Zeichen dokumentieren Hersteller, dass ihr Produkt EU-Richtlinien erfüllt - zum Beispiel an die Sicherheit.

In dem Entwurf wird zudem darauf hingewiesen, dass Tests zur Eigenanwendung "hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit ausreichend gebrauchstauglich zur Eigenanwendung durch Laien" sein müssten und die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt sein müsse. Bei bisherigen Antigen-Schnelltests muss wie bei PCR-Tests mit einem Wattestäbchen ein Abstrich tief in der Nase oder im Rachen genommen werden. Für Selbsttests ist das eher ungeeignet.

Auf Zustimmung dürfte das Vorhaben vor allem bei den Grünen stoßen. Grünen-Co-Chefin Annalena Baerbock hatte bereits vor zwei Wochen gefordert, Schnelltests zur Selbstanwendung, wo der Abstrich nicht so tief im Rachen oder Nasenbereich genommen werden müsse, auch als Heimtests zu ermöglichen. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt bemängelt vergangene Woche, sie könne nicht verstehen, warum Spahn nicht in der Lage sei, solche Schnelltests zu bestellen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP