Politik

Damoklesschwert Wirtschaftskrise Kommunalwahlen lassen Erdogan bangen

59254e125d79887c760532052e5a130a.jpg

Stimmenabgabe nach hartem Wahlkampf.

(Foto: dpa)

Die Türken bestimmen heute neue Bürgermeister, Stadträte und Bezirksvorsteher. In Istanbul und Ankara wird ein enges Rennen erwartet. Die massiven Wirtschaftsprobleme könnten der AKP von Präsident Erdogan massive Einbußen bringen.

In der Türkei haben die Kommunalwahlen begonnen. Nach einem polarisierenden Wahlkampf sind die Türken aufgerufen, neue Bürgermeister, Stadträte und Bezirksvorsteher zu wählen. Wie üblich in der Türkei finden die Kommunalwahlen in allen Provinzen gleichzeitig statt.

Der Wahlkampf war geprägt von scharfen Angriffen von Präsident Recep Tayyip Erdogan auf die Opposition, die er als Feinde der Türkei und des Islams bezeichnete. Die Wahl erklärte er zur Frage des "nationalen Überlebens" und beschwor immer wieder die Bedrohung durch äußere Feinde. Obwohl Erdogan selbst nicht zur Wahl steht, tourte der Präsident über Wochen durch das Land und machte so die Wahl auch zu einer Abstimmung über seine eigene Politik.

Die Wahl fällt in eine Zeit schwerer Wirtschaftsprobleme: Erstmals seit zehn Jahren ist die Türkei in die Rezession gerutscht, die Inflation liegt bei knapp 20 Prozent und die Arbeitslosigkeit ist auf über 13 Prozent gestiegen. Kurz vor der Wahl sorgten starke Schwankungen der Währung für zusätzliche Nervosität in Ankara, nachdem die Lira vergangenen Sommer inmitten einer diplomatischen Krise mit den USA massiv eingebrochen war.

Yildirim will ins Istanbuler Rathaus

3d051f24a77e1c73c753a8fe88695395.jpg

Ekrem Imamoglu will Istanbuler Bürgermeister werden.

(Foto: dpa)

Besonders in den Metropolen Istanbul und Ankara wird ein enges Rennen erwartet. Erdogans islamisch-konservative AKP schickt am Bosporus den früheren Ministerpräsidenten Binali Yildirim ins Rennen, während die Opposition auf den jungen Bezirksbürgermeister Ekrem Imamoglu setzt.

Wie bereits bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Juni tritt die AKP mit der ultrarechten MHP an. Die linksnationalistische CHP schloss ein Bündnis mit der rechten IYI-Partei.

Im Osten des Landes durften Bürger ab 6.00 Uhr MESZ wählen - wegen der früher einsetzenden Dunkelheit eine Stunde vor den Wählern im Westen des Landes. Schließen sollen die Wahllokale im Osten um 15.00 Uhr MESZ und im Westen um 16.00 Uhr MESZ. Erste Teilergebnisse werden noch am Abend erwartet.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa

Mehr zum Thema