Politik

Konflikt um Meerenge von HormusTrump: "Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Bastarde"

05.04.2026, 17:09 Uhr
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Trump macht Druck - lässt aber wie üblich Raum für eine späte Einigung. (Foto: picture alliance / Newscom)

Zumindest einige ausgewählte Schiffe durften mittlerweile die Straße von Hormus passieren. Die der USA sind nicht darunter. US-Präsident Donald Trump droht dem Iran angesichts seines auslaufenden Ultimatums.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein weiteres Mal mit der Ausweitung von Angriffen gedroht, sollte die Straße von Hormus nicht bis zum Auslaufen seines Ultimatums am Ostermontag geöffnet werden. "Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Bastarde", schrieb er auf Truth Social. Für den Fall, dass Teheran dem nicht folgen sollte, stellte er Angriffe am Dienstag auf Energieanlagen und Brücken in Aussicht.

Fox News berichtete wenig später aus einem Telefoninterview mit Trump, in dem er gesagt habe, dass er es für möglich halte, dass bis Montag eine Einigung erzielt sei. "Sie verhandeln gerade", habe er gesagt, berichtete der Reporter, der mit Trump sprach.

Trump hatte dem Iran schon einmal ein Ultimatum für die Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus gesetzt, es vergangene Woche aber noch einmal verlängert. Bis zum 6. April (US-Ortszeit, 02.00 Uhr MESZ 7. April) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, sagte er seinerzeit unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche.

Die meisten Schiffe hängen weiter fest

In den vergangenen Tagen gab es weiterhin heftige Angriffe beider Seiten. Der Schiffsverkehr durch die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus liegt weiterhin weitgehend still - und das insbesondere für Schiffe mit Verbindungen zu den USA und Israel, die den Iran Ende Februar angegriffen hatten. Irans Kontrolle sowie Warnungen vor Minen, Drohnenangriffen und der Entzug von Kriegsrisikoversicherungen machen die Passage insgesamt für westliche Reedereien nahezu unmöglich. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter liegen in der Region fest. Nach einigen Schätzungen sollen es sogar Tausende sein.

Indes vermehrten sich in den vergangenen Tagen Nachrichten, denen zufolge bestimmte Schiffe die Meerenge passieren durften. Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM soll darunter gewesen sein wie auch zwei türkische Tanker. Auch solche mit Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, China, Malaysia oder Saudi-Arabien hätten die Straße von Hormus seit deren Schließung Anfang März passieren dürfen oder ihnen sei dies in Aussicht gestellt worden, geht aus Meldungen der Nachrichtenagentur AFP hervor. Der Sender Al-Jazeera berichtet auch von pakistanischen Schiffen, die von den Revolutionsgarden die Erlaubnis zur Durchfahrt bekommen haben sollen.

Iran und Oman verhandeln

Auch bemühen sich der Iran und der Oman derzeit um eine Regelung für die Schifffahrt in der für den globalen Energiehandel zentralen Straße von Hormus. Nach Angaben der omanischen Nachrichtenagentur erörtern Vertreter der Außenministerien beider Länder sowie Fachleute Optionen, "wie unter den derzeitigen Umständen in der Region ein reibungsloser Durchgang durch die Straße von Hormus gewährleistet werden kann".

Die Meerenge ist an ihrer engsten Stelle nur rund 33 Kilometer breit. Die Hoheitsgewässer des Irans und des Omans überlappen sich vollständig, einen neutralen Hochsee-Korridor gibt es nicht. Der Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt. Unklar blieb angesichts der Bemühungen der beiden Länder, für wen letztendlich ein "reibungsloser Durchgang" ermöglicht werden sollte.

Der Iran hatte vergangene Woche nach Angaben der UN-Schifffahrtsorganisation (IMO) die bislang gesperrte Straße von Hormus für "nicht-feindliche" Schiffe geöffnet. Schiffe, die "weder an Aggressionshandlungen gegen den Iran teilnehmen noch diese unterstützen" und gewisse Sicherheitsvorschriften einhielten, dürften "in Abstimmung mit den zuständigen Behörden" fortan wieder die wichtige Meerenge passieren, hieß es in einer von der IMO veröffentlichten Erklärung Teherans. So ist die Straße von Hormus nach Angaben des Kreml-Beraters Juri Uschakow etwa für Russland nicht gesperrt. 

Nach Angaben seiner Botschaft in Spanien zeigte sich der Iran auch offen für Anfragen aus Madrid zur Straße von Hormus. Spanien respektiere das Völkerrecht, teilt die Vertretung vergangene Woche auf X mit. Die spanische Regierung gehört zu den ersten Ländern, die die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als rücksichtslos und illegal verurteilten.

Derzeit passiert zudem ein mit irakischem Rohöl beladener Tanker zufolge die Straße von Hormus nahe der iranischen Küste, wie aus Daten von LSEG und Kpler hervorgeht. Jüngst hatte der Iran den Irak von den Transitbeschränkungen für die wichtige Seeroute ausgenommen.

Für das Gros der gestrandeten Schiffe blockiert der Iran indes weiter die Meerenge, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte fließt.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP/rts/dpa

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