Abrüstungsabkommen mit den USAKreml: "Gefährlichere Lage" nach Auslaufen von Atom-Vertrag

Das "New Start"-Abkommen soll die atomaren Sprengköpfe Russlands und der Vereinigten Staaten begrenzen. Moskau hält sich nach eigenen Angaben trotz des Auslaufens an die Bestimmungen und will den Vertrag verlängern. Die USA sehen offenbar weniger Dringlichkeit.
Durch das Auslaufen des letzten verbliebenen Atomwaffen-Abrüstungsvertrags zwischen Russland und den USA befindet sich die Welt nach Einschätzung des Kreml in einer "gefährlicheren Lage" als zuvor. "Zum ersten Mal werden Russland und die Vereinigten Staaten, die über die größten Atomwaffenarsenale verfügen, ohne ein grundlegendes Dokument dastehen, das diese Arsenale begrenzt und kontrolliert", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bei seinem täglichen Presse-Briefing.
"Das ist sehr schlecht für die globale Sicherheit", fügte Peskow an. Das 2010 abgeschlossene "New Start"-Abkommen war der letzte noch gültige Vertrag zur Atomwaffenkontrolle zwischen Washington und Moskau. Es sieht vor, dass beide Seiten ihre atomaren Sprengköpfe jeweils auf maximal 1550 und ihre Trägerraketen und schweren Bomber auf maximal 800 begrenzen.
Russland hatte im Februar 2023 erklärt, seine Beteiligung am "New Start"-Abkommen zu suspendieren - sich aber zugleich an die darin vorgesehenen Begrenzungen halten zu wollen. Im September 2025 hatte der russische Präsident Wladimir Putin den USA vorgeschlagen, das "New Start"-Abkommen um ein Jahr zu verlängern. Der US-Präsident nannte Putins Vorstoß "eine gute Idee", eine offizielle Antwort aus Washington erfolgte allerdings nicht.
Peskow erklärte hierzu nun, die russische Initiative sei "nach wie vor auf dem Tisch". Ein Vertreter des Weißen Hauses hatte jüngst erklärt, US-Präsident Donald Trump werde "entsprechend seinem Kalender über den Weg zur Frage der Atomwaffenkontrolle entscheiden".