Politik

Vor Wohnhaus in Moskau Kreml-Kritiker Kara-Mursa festgenommen

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Wladimir Kara-Mursa gehört zu den wenigen noch in Russland lebenden prominenten Oppositionellen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ähnlich wie Kreml-Kritiker Nawalny hat auch der russische Oppositionelle Kara-Mursa bereits zwei rätselhafte Vergiftungen knapp überlebt. In den vergangenen Wochen kritisiert der Politiker wiederholt den russischen Angriff auf die Ukraine - nun droht ihm eine Arreststrafe.

Der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa ist am Montag vor seinem Wohnhaus in Moskau von der Polizei festgenommen worden. Kara-Mursa müsse über Nacht in einem Polizeirevier bleiben, teilte sein Anwalt Wadim Prochorow mit. "Ich habe vor weniger als zehn Minuten von seiner Festnahme erfahren und werde ihn besuchen", sagte Prochorow der Nachrichtenagentur Interfax.

Ihm werde Widerstand gegen die Staatsgewalt zur Last gelegt. Dies kann nach russischem Recht eine Arreststrafe von bis zu 15 Tagen nach sich ziehen. Von anderen Vorwürfen ist bislang nichts bekannt. Kara-Mursa ist allerdings ein prominenter Kritiker von Präsident Wladimir Putin und hatte in den vergangenen Wochen wiederholt die russische Militärintervention in der Ukraine kritisiert.

Der 40-jährige Politiker und Journalist hat zweimal rätselhafte Vergiftungen nur knapp überlebt, für die er den russischen Geheimdienst verantwortlich macht. Er gehört zu den wenigen noch in Russland lebenden prominenten Oppositionellen. US-Außenminister Antony Blinken äußerte sich besorgt über die Festnahme Kara-Mursas. "Wir beobachten die Situation genau und verlangen seine unverzügliche Freilassung", schrieb er auf Twitter.

Recherchen der Investigativgruppe Bellingcat zufolge wurde Kara-Mursa von den Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB verfolgt, die auch in den Giftanschlag 2020 auf den Oppositionellen Alexej Nawalny verwickelt sein sollen. Nawalny überlebte den Anschlag und war in Deutschland ärztlich behandelt worden. Bei der Rückkehr in seine Heimat Anfang 2021 wurde Nawalny festgenommen und wegen des Verstoßes gegen Bewährungsauflagen zu einer Haftstrafe verurteilt. Nawalny macht Putin persönlich für den Giftanschlag verantwortlich. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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