Politik

Disput um gefallenen US-Soldaten Kriegsveteranen attackieren Trump

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Donald Trump muss einen ernsten Imageschaden fürchten.

(Foto: REUTERS)

Erstmals seit dem US-Vorwahlkampf scheint sich eine Entgleisung von Donald Trump zu rächen: Nachdem der 70-Jährige gegen die Eltern eines gefallenen Irak-Soldaten gewettert hat, wird er nun wohl auf die Stimmen der Kriegsveteranen verzichten müssen.

Nach seinen abfälligen Äußerungen über die Eltern eines gefallenen US-Soldaten bekommt Republikaner Donald Trump nun auch heftigen Gegenwind von US-Kriegsveteranen. Die Veterans of Foreign Wars (VFW) erklärten, die Organisation werde es auch in einem Wahljahr "nicht tolerieren", dass Angehörige getöteter Soldaten beschimpft würden, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausübten. Trump habe eine Grenze überschritten.

Khizr Khan, der Vater des 2004 im Irak gefallenen US-Soldaten Humayun Khan, hatte am Donnerstag beim Parteitag der Demokraten eine bewegende Rede gehalten. Darin hielt er Trump vor, im Gegensatz zu ihm "nichts und niemanden geopfert" zu haben. Der republikanische Präsidentschaftskandidat verteidigte sich später in einem Fernsehinterview und äußerte sich abfällig über Khans Frau. Auf Twitter beklagte er später, Khan, der ihn persönlich gar nicht kenne, habe ihn von der Bühne des Demokraten-Parteitags aus "bösartig angegriffen". "Nun macht er überall im Fernsehen weiter - wie nett!"

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Auch die Familien von 23 weiteren gefallenen US-Soldaten kritisierten den Republikaner für dessen "abstoßende und persönlich beleidigende" Äußerungen. Sie forderten Trump auf, sich "bei den Khans, allen Gold-Star-Familien und allen Amerikanern zu entschuldigen". Als Gold-Star-Familien werden Angehörige bezeichnet, die ein Familienmitglied bei einem US-Militäreinsatz verloren haben.

US-Verfassung wird zum Verkaufshit

Auch der ehemalige republikanische Gouverneur des Bundesstaats Florida, Jeb Bush, bezeichnete Trumps erneute Entgleisung als "unglaublich respektlos". Der republikanische Parteichef Reince Priebus sagte dem Sender CNN, die Familie Khan müsse für Angriffe "tabu" sein. Zuvor hatte bereits der weithin respektierte republikanische Senator und Vietnamkriegsveteran John McCain den Präsidentschaftskandidaten zurechtgewiesen.

Derweil findet die Taschenausgabe der US-Verfassung seit dem Auftritt von Khizr Khan reißenden Absatz. Mittlerweile hat sie es sogar auf Platz zwei von Amazons Bestsellerliste geschafft. Während seiner Rede vor den Demokraten hatte Khan ein Exemplar hochgehalten und gefragt, ob Trump diese überhaupt gelesen habe. Er warf ihm vor, Muslime in den USA zu verteufeln und empfahl ihm die Lektüre des 14. Zusatzartikels zur, der denselben Schutz der Gesetze für alle garantiert. An Trump gewandt sagte Khan: "Ich leihe Ihnen gerne meine Ausgabe!"

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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