Politik

"Beruft ältere Männer" Kritik an Schäubles Personalentscheidungen

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Schäuble beförderte offenbar seinen Büroleiter.

(Foto: dpa)

Drei frei gewordene Abteilungsleiterposten in der Bundestagsverwaltung werden ausschließlich mit Männern besetzt - die allesamt aus Westdeutschland stammen. Das stößt in der SPD auf Unverständnis. Der Vorsitzende der Landesgruppe Ost spricht von einer "vertanen Chance".

Kurz nach der Einführung einer Frauenquote im Brandenburger Parlament wird Kritik an den jüngsten Personalentscheidungen der Bundestagsverwaltung laut. Der Vorsitzende der Landesgruppe Ost der SPD-Bundestagsfraktion, Frank Junge, kritisierte, dass drei freie Abteilungsleiterposten ausschließlich mit westdeutschen Männern besetzt wurden. „Mit der Entscheidung hat Wolfgang Schäuble eine Chance vertan“, sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

„Statt einen Ostdeutschen und eine Frau an die Spitzen der freiwerdenden Abteilungen zu setzen, beruft er ältere Männer und befördert seinen Büroleiter.“ Es seien Taten gefragt, um für mehr Präsenz und Repräsentanz in den Verwaltungsspitzen als Teil der Eliten zu sorgen. „Sonntagsreden hören wir genug. Für einen der Architekten des Einheitsvertrages ist das besonders bedauerlich", so Junge.

RND-Informationen zufolge hatte das Präsidium auf Anweisung von Bundestagspräsident Schäuble dessen bisherigen Büroleiter und zwei weitere Westdeutsche berufen. Sven Vollrath, der in Ostdeutschland geborene Leiter der Unterabteilung Europa, blieb dagegen unberücksichtigt.

Noch immer werden Behörden wie die Bundestagsverwaltung von Westdeutschen dominiert. Ein Sprecher des Parlaments sagte im vergangenen Mai, es gebe „derzeit keine ostdeutsche Abteilungsleiterin und keinen ostdeutschen Abteilungsleiter“. Lediglich eine von 14 Unterabteilungen wurde damals demnach von einem Ostdeutschen geleitet. Auch von den insgesamt 101 Referats-, Fachbereichs- und Sekretariatsleiterinnen und -leitern kämen nur vier aus Ostdeutschland. Insgesamt arbeiten in der Bundestagsverwaltung rund 3000 Menschen.

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Quelle: n-tv.de, ftü

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