Politik

Kubicki winkt abStrack-Zimmermann bietet sich für FDP-Doppelspitze an

23.03.2026, 15:53 Uhr
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Kann sich offenbar die Führung der FDP vorstellen: Marie-Agnes Strack-Zimmermann. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Nach den Wahlschlappen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz steckt die FDP in der Krise. Laut einem Bericht bringt sich Strack-Zimmermann für die Spitze der Liberalen in Stellung. Ein anderer bekannter Liberaler hat vorerst keine Ambitionen.

Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat sich laut einem Medienbericht im FDP-Präsidium angeboten, den Parteivorsitz zu übernehmen. Wie der "Spiegel" berichtete, ist die 68-Jährige allerdings nur bereit, den Job als Teil einer Doppelspitze anzunehmen.

Demnach sagte Strack-Zimmermann Teilnehmern zufolge, sie stehe für das Vorsitzendenamt an der Seite einer zweiten Person zur Verfügung. Zuvor habe sie Parteichef Christian Dürr das Misstrauen ausgesprochen. Die Möglichkeit einer Doppelspitze sieht das FDP-Statut bislang nicht vor, allerdings liegt ein entsprechender Antrag für den Bundesparteitag Ende Mai vor.

Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stecken die Liberalen in einer schweren Führungskrise. Laut dem vorläufigen Endergebnis verpasste die FDP mit 2,1 Prozent der Stimmen den Einzug in den Landtag deutlich. Bereits vor zwei Wochen war die Partei in Baden-Württemberg aus dem Parlament geflogen.

"Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert", sagte Strack-Zimmermann nach der Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz dem "Tagesspiegel". "Ich befürchte, dass viele in und außerhalb der FDP das Gefühl haben, dass wir seit der Bundestagswahl noch nicht einmal losgelaufen sind."

Parteichef Dürr und Generalsekretärin Nicole Büttner hatten die Führung der Partei vor zehn Monaten nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag übernommen. Dem "Spiegel" zufolge zeichnet sich derzeit jedoch keine Mehrheit für einen Führungswechsel an.

Als möglicher Bewerber gilt neben Strack-Zimmermann der Parteivize und nordrhein-westfälische Landes- und Fraktionsvorsitzende Henning Höne. Dieser habe auf das Angebot der Politikerin aber nicht reagiert. Parteivize Wolfgang Kubicki, den sich der konservative Teil der Liberalen als Vorsitzenden vorstellen könnte, signalisierte derweil kein Interesse. Auf Strack-Zimmermanns Vorstoß habe er Teilnehmern zufolge mit den Worten reagiert: "Ich bin schon verheiratet."

Dem "Stern" sagte Kubicki, Dürr sei "vor zehn Monaten für zwei Jahre mit großer Mehrheit gewählt worden". Eigene Ambitionen auf den Parteivorsitz hege er vorerst nicht. "Ich schließe grundsätzlich nichts aus und halte mich für vieles geeignet - vom Bundespräsidenten bis zum Dax-CEO. Aber im Moment stellt sich die Frage nicht", so der 74-Jährige. "Neuwahlen in der Partei müssten andere vorbereiten."

Quelle: ntv.de, jpe

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