Politik

Aus der Luft und am Boden Kurden starten Angriffe auf letzte IS-Bastion

Die Lage ist aussichtslos, dennoch wollen sie sich nicht ergeben: Die letzten IS-Kämpfer sind im Osten Syriens auf engstem Raum eingeschlossen. Die Kurden beginnen nun ihre finale Schlacht.

Im Osten Syriens haben Truppen unter kurdischer Führung nach eigenen Angaben ihren Angriff auf die letzte Bastion der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Die Kämpfe hätten angefangen, sagte der Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte, Mustafa Bali. Ihm zufolge ist nicht damit zu rechnen, dass sich die in dem Ort Baghus verbliebenen Extremisten ergeben. Die Frist für den IS sei abgelaufen.

Es sei keinerlei Bewegung von Zivilisten in Baghus zu sehen, daher seien die Kämpfe wieder aufgenommen worden. Dem Sprecher zufolge wurden IS-Positionen aus der Luft angegriffen, Kämpfer beider Seiten seien zudem am Boden in heftige Kämpfe verwickelt. Die letzten IS-Kämpfer sind in dem Ort an der irakischen Grenze in einem Zeltlager auf engstem Raum eingeschlossen.

Die SDF hatten die Angriffe zuletzt eingestellt, damit Zivilisten Baghus verlassen können. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte flohen seit Dezember rund 60.000 Menschen aus der letzten IS-Bastion. Darunter sind auch IS-Kämpfer und ihre Familien. Tausende Terroristen verschiedener Nationalitäten hätten sich ergeben, erklärte Bali. In den Händen der Kurden befinden sich ebenfalls deutsche IS-Kämpfer und deren Familienangehörige.

IS-Zellen noch immer aktiv

Der IS hatte den Höhepunkt seiner Macht im Sommer 2014 erreicht, als er große Teile Syriens und des Irak kontrollierte. Mittlerweile hat er sein früheres Herrschaftsgebiet fast vollständig verloren. Den größten Teil seiner Gebiete in Syrien haben die SDF erobert. Zellen der Dschihadisten sind aber in beiden Ländern weiter aktiv. Immer wieder kommt es in verschiedenen Gebieten zu Angriffen der Dschihadisten. Viele von ihnen sind in den Wüstengebieten der beiden Länder untergetaucht. Beobachter warnen, der IS sei noch nicht besiegt.

Auch der Nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, John Bolton, sagte, der IS habe zwar praktisch 100 Prozent seines eroberten Territoriums verloren, bleibe aber als Terrororganisation weiter gefährlich. "Wir wissen jetzt, dass es immer noch verstreute IS-Kämpfer im Irak und in Syrien gibt und dass der IS selbst in anderen Teilen der Welt wächst", sagte Bolton dem US-Sender ABC. "Die Bedrohung des IS wird bleiben." US-Präsident Donald Trump hatte Ende Februar behauptet, dass IS-Gebiet sei zu "100 Prozent" zurückerobert und die Gefahr damit weitgehend gebannt. Er verfolgt das Ziel, die US-Truppen im Land so bald wie möglich abzuziehen.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP

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