Politik

"Laschet ist der Richtige" Kurz nennt Rot-Grün-Rot "Totalausfall"

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"Nicht zuviel auf die Umfragen schauen": Österreichs Kanzler Kurz und Unions-Kanzlerkandidat Laschet auf einer EVP-Tagung in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

So geht Nachbarschaftshilfe: Österreichs Bundeskanzler outet sich unmissverständlich und laut als Laschet-Fan. Eine linke Regierung für Deutschland sei ein "massives Problem", die schlechten Umfrageergebnisse findet Kurz überbewertet. Das sieht auch Kanzlerin Merkel so.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz schaltet sich mit einer Warnung vor Rot-Grün-Rot in den deutschen Bundestagswahlkampf ein. "Wenn es zu einer Linksregierung in Deutschland kommt, dann ist das ein massives Problem für den Wirtschaftsstandort Europa", sagte er dem Sender "Welt". Eine rot-grün-rote Regierung sei "etwas, das mir massiv Sorge machen würde". Kurz ist Obmann, also Vorsitzender, der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), einer Schwesterpartei der Union. Er führt in Österreich eine Koalition mit den Grünen.

Von den aktuell schwachen Umfragewerten der Union gab sich Kurz unbeeindruckt. "Eins habe ich gelernt, nämlich dass man auf Umfragen nicht so viel schauen sollte", sagte er. Das Wahlergebnis sehe am Ende oft anders aus. "Lange habe ich gelesen, die Grünen werden gewinnen, jetzt lese ich, die SPD wird gewinnen, am Ende entscheidet der Wähler und nicht die Umfrageinstitute."

Über den Kanzlerkandidaten der Union, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, sagte Kurz, dieser habe "sehr erfolgreich bisher das größte deutsche Bundesland gelenkt und geleitet". Der CDU-Politiker sei überzeugter Europäer und "jemand, mit dem wir immer gut zusammenarbeiten durften". Er sei überzeugt davon, dass Laschet "der Richtige ist, um Deutschland in den nächsten Jahren zu führen". Nach seinem Auftritt legte Kurz noch einmal via Twitter nach und dankte Laschet für den "freundschaftlichen Austausch" in Berlin. Er wünsche alles gute zur Wahl, denn "Europa kann sich keinen Totalausfall Deutschlands leisten".

Merkel: "Abgerechnet wird am Wahltag"

Skeptisch gegenüber den Umfragetrends äußerte sich am Vormittag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Abgerechnet wird am Wahltag", sagt sie auf einer Veranstaltung der europäischen Parteienfamilie EVP in Berlin, an der auch Kurz und Laschet teilnahmen. Sie spüre, dass gekämpft werde. Dass die Union nach 16 Jahren Kanzlerschaft nicht "automatisch" wieder ins Kanzleramt komme, sei jedem in CDU und CSU klar gewesen.

Ähnlich wie Kurz argumentierte auch EVP-Chef Manfred Weber gegen Rot-Grün-Rot: Eine links-geführte Regierung in Deutschland würde die Spaltung in Europa vertiefen. Die Trennungslinien würden eher verstärkt werden, sagte der CSU-Politiker und Vorsitzende der konservativen Fraktion im Europäischen Parlament bei der Klausurtagung in Berlin.

Auf eine Stichelei von CSU-Generalsekretär Markus Blume reagierte Laschet derweil gelassen. "Es gibt viele in der CSU, die mich unterstützen, dazu gehört auch Markus Söder", sagt der CDU-Chef. Er werde am Samstag auf dem CSU-Parteitag auftreten. Auch Weber betonte, dass CDU und CSU in einem Boot säßen. "Wir wollen alle, dass Armin Laschet ins Kanzleramt einzieht", sagte er. Dies werde auf dem CSU-Parteitag deutlich werden.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/rts

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