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"Wir brauchen ihn jetzt" Labour-Chef will Lockdown für England

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Der britische Premier am Montag nach der Verkündung seiner Corona-Ampel. Damit will Johnson den Lockdown vermeiden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Zahlen aus London sind alarmierend: 17.000 Neuinfektionen und so viele Tote wie zuletzt im Juni. Britische Experten warnen vor einer Katastrophe - und der Labour-Chef pflichtet ihnen nun bei. England brauche sofort einen Lockdown. Den will Premier Johnson aber unbedingt vermeiden.

Der britische Oppositionsführer Keir Starmer hat angesichts stark steigender Corona-Fallzahlen zu einem temporären Lockdown für England aufgerufen. "Wir brauchen einen 'Circuit Breaker' und wir brauchen ihn jetzt", sagte der Labour-Chef in London. Als "Circuit Breaker" wird ein klar begrenzter Lockdown ähnlich jenem im Frühjahr verstanden - allerdings nur für zwei bis drei Wochen und ohne Schulschließungen, wie Starmer betonte. Allerdings könnten die Herbstferien eingebaut werden.

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Labour-Chef Starmer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Damit schließt sich Starmer den Ratschlägen des wissenschaftlichen Expertengremiums Sage an, die der britischen Regierung bereits vor Wochen einen solchen landesweiten Lockdown empfahlen. Das geht aus einem am Vortag veröffentlichten Protokoll hervor. Die Fachleute aus dem Gesundheitsbereich hatten gewarnt, dass Großbritannien sonst auf eine "große Epidemie mit katastrophalen Konsequenzen" zusteuere. Schon ein zweiwöchiger "Circuit Breaker" könne Tausende Leben retten, hieß es in einem Modell der Gesundheitsberater, das der "Financial Times" vorliegt.

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Johnson hatte am Montag ein dreistufiges System im Kampf gegen die Pandemie für den Landesteil England vorgestellt. Dort sollen je nach Risikograd - mittel, hoch oder sehr hoch - ab Mittwoch verschärfte Regeln gelten. Allerdings wird dieses von Medizinern und Opposition als nicht wirksam genug angesehen. Ein Sprecher der Regierung erklärte hingegen, man habe "effektive Maßnahmen" ergriffen.

Steigende Zahl von Todesfällen

Einen Lockdown wie bei der ersten Ausbruchswelle im Frühjahr will Johnson allerdings vermeiden. So sollen Schulen und Universitäten in England geöffnet bleiben. Gerade aus den Hochschulen werden allerdings hohe Infektionszahlen gemeldet. Das Königreich zählt zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Staaten in Europa.

In ganz Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern sind bis zum Abend mehr als knapp 17.000 neue Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle mit Covid-19 lag mit 143 so hoch wie zuletzt im Juni. Betroffen sind vor allem der Norden Englands, Schottland, Teile von Wales und Nordirland. Auch in London nehmen die Fälle deutlich zu. Die bislang in der untersten Warnstufe eingruppierte Hauptstadt könne innerhalb der nächsten Tage in die höhere Risikostufe fallen, kündigte der Londoner Bürgermeister, Sadiq Khan, an. Das hätte weitreichende Kontaktbeschränkungen zur Folge.

Quelle: ntv.de, mau/dpa