Politik

Wettlauf treibt Preise Länder konkurrieren um Schutzmasken

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Zurzeit sei es kaum noch möglich, Schutzmasken zu bekommen, beklagen die Bundesländer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Bedarf an Schutzkleidung ist bundesweit immens - Nachschub allerdings kaum vorhanden. Eigentlich sollte die Beschaffung über die Bundesregierung in Berlin laufen. Doch da vom Bund bislang nicht genügend Material kommt, werden die Länder selbst aktiv.

In Deutschland gibt es unter denjenigen, die Schutzkleidung dringend benötigen beziehungsweise beschaffen wollen, einen immer größeren Wettlauf um Masken, Brillen und Kittel. Das sächsische Sozialministerium räumte bei einer Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" unter den Bundesländern ein, dass der Wettlauf zu höheren Preisen führe. Es sei in einem überhitzten Markt kaum noch möglich, Ware zu erhalten. Doch zurückstecken will kaum jemand, wie die Umfrage zeigt. Rheinland-Pfalz unternehme alles, um insbesondere Medizin- und Pflegeeinrichtungen "durch eigene Ankaufaktivitäten auf dem Weltmarkt zu unterstützen", teilte die Landesregierung mit.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat dieser Tage ein eigenes Ankaufsverfahren gestartet. Doch weil das, was der Bund bislang liefern kann, bei Weitem nicht reicht, sind etliche Bundesländer selbst aktiv geworden. Sie nutzen spezielle Kontakte von Unternehmen in ihren Ländern, um vor allem in China Schutzmaterial zu kaufen. Krankenhäuser, Apotheken, Wohlfahrtsverbände und Pflegedienste, die nicht auf staatliche Zuteilungen warten wollen, prüfen ebenfalls, was der Markt noch hergibt.

Allein Sachsen benötigt 1,4 Millionen Masken

Eigentlich sollte die Beschaffung über die Bundesregierung in Berlin laufen. Dort hatten der Krisenstab des Innenministeriums und des Gesundheitsministeriums Mitte März eine "zentrale Beschaffung von Schutzausrüstung für das Gesundheitswesen beschlossen", so die Auskunft des sächsischen Sozialministeriums. Die Bundesländer hätten dann ihren Bedarf für die nächsten sechs Monate ermittelt. Ebenso wie die Kassenärztlichen Vereinigungen für den ambulanten Bereich, also für die Arztpraxen.

Doch bislang sind erst wenige Lieferungen eingegangen, etwa in Sachsen, wie das dortige Sozialministerium mitteilte. Allein in Sachsen werden wöchentlich 1,4 Millionen hochwertige Masken (FFP2) und mehr als 10 Millionen Einmalhandschuhe benötigt. In den anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus. Hamburg teilt mit, dass man nicht wisse "wann und in welcher Menge wir weitere Schutzkleidung erhalten".

*Datenschutz

Das zuständige Ministerium in Rheinland-Pfalz schreibt: "Die Bundesregierung hat bereits vor Wochen zugesagt, für die Länder zentral Schutzausrüstung zu beschaffen. Dieser Zusage kann der Bund leider nur schrittweise nachkommen." Auch Bremen ist dazu übergegangen, selbst Masken und anderes mehr zu bestellen, weil "die Lieferungen über den Bund geringer ausgefallen sind, als erhofft und benötigt."

Quelle: ntv.de, hny