Politik

Kein Grund zur Absage - noch Länder wollen Abiturprüfungen durchführen

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In Hessen und Rheinland-Pfalz wird schon geprüft.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Hessen und Rheinland-Pfalz finden trotz Corona-Krise bereits Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften statt. Schleswig-Holstein will die Prüfungen dagegen absagen, muss nach einer hitzigen Telefonkonferenz allerdings klein beigeben.

Die Abiturprüfungen sollen ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben. Die Prüfungen fänden zum geplanten oder zu einem Nachholtermin bis zum Ende des Schuljahres statt, "soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist".

Karin Prien, die schleswig-holsteinische Kultusministerin, hatte zuvor vorgeschlagen, alle Schulabschluss-Prüfungen abzusagen. Stattdessen wollte sie ein "Anerkennungsabitur" ohne Abschlussprüfungen durchführen, was unter den Kultusministern zum Teil für Unmut sorgte. Aus Teilnehmerkreisen der KMK verlautete, bei der Telefonkonferenz seien "sehr deutliche Worte" Richtung Schleswig-Holstein gefallen. Daraufhin habe Prien ihren Vorschlag zurückgezogen.

Lehrerverbände hatten ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer gefordert. In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan bereits Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften statt. Andere Länder haben das Abitur und andere Schulabschluss-Prüfungen verschoben.

Die amtierende KMK-Präsidentin, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Stefanie Hubig, zeigte sich erfreut über die jetzt gefundene Einigung. "Ich freue mich, dass wir uns in einer so schwierigen Situation innerhalb der Ländergemeinschaft auf einen gemeinsamen Beschluss geeinigt haben", erklärte sie. Es gebe "klare Vorgaben" für die Schüler. Für diese sei es "besonders wichtig, dass sie jetzt Planungssicherheit haben". Gleichzeitig stehe ihre Gesundheit an erster Stelle.

Die Kultusminister versichern in ihrem Beschluss, dass die Länder die erreichten Abschlüsse des Schuljahres gegenseitig anerkennen. Die Länder können demnach auch ausnahmsweise auf zentrale Elemente aus dem bundesweiten Abituraufgabenpool verzichten und diese durch dezentrale Elemente ersetzen.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa