Politik

11,2 Milliarden Euro umverteilt Länderfinanzausgleich erreicht Rekordhöhe

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Auch über 25 Jahre nach der Wiedervereinigung unterscheidet sich die Finanzkraft der ost- und westdeutschen Bundesländer eklatant.

(Foto: imago/Winfried Rothermel)

Den Finanzausgleich der deutschen Bundesländer soll es nicht mehr lange geben. Kurz vor seinem Auslaufen werden aber noch Rekordsummen umgelegt. Die Zahlen machen deutlich, wie ungleich die Finanzkraft zwischen Ost und West noch immer ist.

Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut eine Rekordsumme zwischen armen und reichen Bundesländern umverteilt: 11,2 Milliarden Euro. Das sind 560 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. Ähnliche Zahlen hatte Bayern als größter Zahler bereits zu Jahresbeginn errechnet. Hintergrund sind eklatante Unterschiede in der Finanzkraft auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung.

Bayern war mit 5,89 Milliarden Euro 2017 erneut größter Einzahler in den Finanzausgleich, schulterte aber einen etwas geringeren Anteil als im Jahr davor. Weitere Geberländer waren Baden-Württemberg (2,8 Milliarden) und Hessen (2,5 Milliarden). Auch Hamburg war mit 40 Millionen Euro erstmals Geber. Größter Profiteur war erneut Berlin, das 4,2 Milliarden Euro erhielt, 37,8 Prozent der Gesamtsumme. Die geltenden Regelungen des Finanzausgleichs laufen 2019 aus. Der Länderfinanzausgleich im engeren Sinne wird dann in seiner derzeitigen Form abgeschafft.

Der Umverteilungstopf zwischen den Ländern sowie zwischen Bund und Ländern ist insgesamt noch weit größer. So bekamen die Länder 8,4 Milliarden Euro aus dem Topf mit den Umsatzsteuereinnahmen. Hier war die Zahl der Geber größer als beim Finanzausgleich im engeren Sinne: Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein. Schließlich gibt es noch allgemeine Zuweisungen des Bundes an die Länder, die im vergangenen Jahr 4,5 Milliarden Euro betrugen.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa