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Was geschah in Hannover? Länderspiel wegen Terrorgefahr abgesagt

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Leere Ränge in Hannover

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach der Absage des Testspiels der DFB-Elf gegen Holland herrscht laut Hannovers Polizeichef eine "konkrete Gefahrenlage" in der ganzen Stadt. Nach einem Bombenalarm im Intercity und der vergeblichen Suche nach Verdächtigen bleibt die Lage auch am Morgen angespannt.

Auch mehrere Stunden nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover wegen Terroralarms bleiben die Hintergründe im Unklaren. Die Polizei suchte an vielen Orten in der Stadt nach Verdächtigen. Festnahmen gab es aber bisher nicht. Auch Sprengstoff wurde bislang nicht gefunden. "Wir sind an verschiedenen Orten im Einsatz", sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Hannover, Martina Stern. Details wollte sie nicht nennen. Seit der Absage des Länderspiels am Dienstagabend habe es mehrere Überprüfungen von verdächtigen Gegenständen gegeben, die sich alle nicht bestätigt hätten.

Nach der Bergung einer Sprengstoff-Attrappe aus einem IC sucht die Polizei nun nach dem Mann, der das Paket dort liegen ließ. "Wir werten alles Material aus, das wir haben, und wenn es Videoaufnahmen gibt, dann auch die", sagte Jörg Ristow, Sprecher der Bundespolizei. Ein Reisender hatte am Abend im Zug einen verdächtigen Gegenstand bei der Ankunft in Hannover entdeckt und die Bundespolizei alarmiert. Ein unbekannter Mann soll das Paket auf der Gepäckablage abgelegt haben. Eine Mitreisende habe den Mann darauf aufmerksam gemacht, dass er etwas vergessen habe, als dieser aufstand und ging. Der Unbekannte habe aber nicht darauf reagiert, sondern den Zug verlassen und sei geflüchtet.

Konkrete Hinweise auf Sprengsatz im Stadion

Bundespolizisten untersuchten das Paket. Nachdem auch ein Sprengstoffsuchhund angeschlagen habe, seien Entschärfer hinzugezogen worden. Sie fanden beim Röntgen diverse elektronische Bauteile. Bei dem Fund handelte es sich nach Aussagen von Bundespolizeisprecherin Sandra Perlebach um eine gut gemachte Sprengstoff-Attrappe und nicht um eine scharfe Bombe, wie zunächst befürchtet worden war. Der betroffene Zug war auf dem Weg von Hannover über Bremen nach Oldenburg.

Das Fußball-Länderspiel war kurz vor nach dem Einlass abgesagt worden - aus Angst vor einem Anschlag. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen kamen die Hinweise von einem ausländischen Geheimdienst. Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe sagte der dpa: "Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte."

Nach anderweitigen Medieninformationen soll der französische Geheimdienst die Quelle der Information sein. Dies berichtete auch die "Bild"-Zeitung. Zunächst habe es Hinweise gegeben, dass eine Gruppe um einen namentlich bekannten Nordafrikaner einen Anschlag planen könne. Es sei konkret von Sprengmitteln, Sprengstoffgürteln, automatischen Waffen und Sprengsätzen an den Zufahrtswegen die Rede gewesen. Dann habe der französische Geheimdienst auf einen irakischen Schläfer hingewiesen, der einen Anschlag auf das Freundschaftsspiel geplant haben solle.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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