Politik

Russisches Heer ist in Ukraine Lambsdorff glaubt nicht an Angriff auf Baltikum

272138050.jpg

Sieht die baltischen Staaten aktuell weniger stark durch Russland bedroht als vor Beginn der Ukraine-Invasion.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Das Säbelrasseln Russlands vor allem mit Litauen wird nach Ansicht von FDP-Außenpolitiker Lambsdorff nicht zu einem Angriff auf das Baltikum führen. Die russischen Streitkräfte seien in der Ukraine gebündelt. Damit sei auch eine direkte Einbeziehung Deutschlands in den Konflikt eher unwahrscheinlich.

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hält die Bedrohung der baltischen EU- und NATO-Länder durch Russland derzeit für geringer als vor Beginn des Angriffs auf die Ukraine. "So unmöglich das klingt, aber bei einer ganz nüchternen Analyse muss man feststellen, dass die militärischen Ressourcen, die normalerweise in der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte gebündelt sind, jetzt in der Ukraine im Einsatz sind", sagte er im RBB-Sender Inforadio.

"Insofern ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Bundeswehr in eine direkte militärische Konfrontation hineingezogen wird, sogar geringer als sonst", führte Lambsdorff aus. Hintergrund der Debatte sind offene Drohungen Moskaus gegen Litauen wegen Einschränkungen des Güterverkehrs in die russische Exklave Kaliningrad.

Litauen verweigert Transport von sanktionierten Gütern

Kaliningrad liegt an der Ostsee zwischen Litauen und Polen und hat keine direkte Landverbindung nach Russland. Die Regierung in Vilnius hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Bahnverkehr zwischen Russland und dessen Exklave zu beschränken. Güter, die unter die EU-Sanktionen gegen Russland fallen, etwa Metalle und Baumaterialien, können nun nicht mehr mit der Bahn über Litauen nach Kaliningrad gebracht werden. Moskau bezeichnete dies als "feindselige Aktion" Litauens und behielt sich eine zunächst nicht genauer beschriebene Reaktion vor.

Natürlich beunruhigten derartige verbale Angriffe gegen ein NATO- und EU-Land, sagte Lambsdorff. Er gehe aber davon aus, dass es sich um "Propaganda" handle. "Damit müssen wir umgehen. Das ist genau dazu gedacht, Verunsicherung zu schaffen."

Quelle: ntv.de, als/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen