Politik

Neuer Landeschef in MV Landrat will als CDU-Chef Schwesig beerben

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(Foto: dpa)

Die CDU im Nordosten hat einen neuen Chef. Nach dem überraschenden Abgang des Amtsinhabers sollte eigentlich Nachwuchshoffnung Amthor den Posten antreten. Der verhedderte sich aber in einer zweifelhaften Lobbyarbeit. Nun will ein Landrat die Partei in die Staatskanzlei führen.

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hat Michael Sack zum neuen Landesparteivorsitzenden gewählt. Als einziger Kandidat erhielt der Kommunalpolitiker auf dem Landesparteitag in Güstrow 146 von 154 Stimmen. Zwei Tage vor seinem 47. Geburtstag meldete der Landrat des Kreises Vorpommern-Greifswald seinen Anspruch auf die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl im Herbst 2021 an. "Ich möchte Ministerpräsident dieses schönen Bundeslandes werden", sagte er in seiner Bewerbungsrede. Er wolle, dass Amtsinhaberin Manuela Schwesig in der Schweriner Staatskanzlei "im nächsten Jahr die Koffer packt". Im Nordosten regiert die SPD seit Ende 1998, davon seit 2006 mit der CDU als Juniorpartner.

Der CDU-Politiker will in der Landespolitik die Bildungspolitik, Zukunftstechnologien und den ländlichen Raum zu Schwerpunkten machen. Zu möglichen Koalitionspartnern äußerte er sich nicht. Zuvor hatte Sack betont, sich an die Linie der Partei zu halten, weder mit der AfD noch mit den Linken zu koalieren.

Sack stellte sich in seiner Bewerbungsrede als Kommunalpolitiker vor, der seiner Heimat verbunden ist. Der 46-jährige diplomierte Bauingenieur ist in Vorpommern aufgewachsen. 2009 trat er in die CDU ein und wurde 2010 Bürgermeister der Kleinstadt Loitz. 2018 wurde er mit großer Mehrheit in einer Stichwahl gegen einen AfD-Bewerber zum Landrat von Vorpommern-Greifswald gewählt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Amthor musste Ambitionen aufgeben

Die vorzeitige Neuwahl der CDU-Parteispitze war notwendig geworden, da sich der bisherige Amtsinhaber Vincent Kokert Anfang 2020 überraschend aus der Politik verabschiedet hatte. Zunächst hatte sich auch der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor für den Posten beworben und sich mit Justizministerin Katy Hoffmann verständigt, dass diese ihre Ambitionen auf den Posten aufgibt.

Im Juni zog Amthor seine Kandidatur zurück, nachdem Berichte über seine zweifelhafte Lobbytätigkeiten für das US-Unternehmen Augustus Intelligence bekanntgeworden waren. Daraufhin nominierte der CDU-Landesvorstand kurzfristig Michael Sack. Sack dankte Amthor, dass er persönliche Ambitionen zugunsten der Partei zurückgestellt habe.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP