Politik

Ministerium erklärt nachträglich Laumann irritiert mit Omikron-Äußerung

268790581.jpg

Minister Laumann setzt den GMK-Beschluss in NRW nicht um: Auch Geboosterte sollen sich bei 2G Plus testen lassen.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

"Das Neue an dieser Omikron-Variante ist, dass sie sich nicht nur über Tröpfchen, sondern dass sie sich auch ähnlich wie Masern durch die Luft überträgt", sagt NRW-Gesundheitsminister Laumann und sorgt damit nach zwei Jahren Pandemie für etwas Verwunderung. Sein Ministerium klärt nun auf.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat Äußerungen von Ressortchef Karl-Josef Laumann klargestellt. Zuvor hatte sich der CDU-Politiker zur Verbreitung der Omikron-Variante in der Corona-Pandemie geäußert. In den sozialen Medien war dem Politiker daraufhin vorgeworfen worden, sich nicht auszukennen.

Das Ministerium teilte auf Twitter mit, dass dem Minister selbstverständlich bewusst sei, dass sich das Coronavirus auch über Aerosole überträgt. Laumann hatte zur Begründung der 2G-plus-Regeln (zusätzlicher Test für Geimpfte und Genesene im Freizeitbereich) in Nordrhein-Westfalen in einem Fernsehinterview gesagt: "Ich habe heute noch eine Expertise aus dem Gesundheitsamt in Köln bekommen, die noch ganz klar sagen, das Neue an dieser Omikron-Variante ist, dass sie sich nicht nur durch Tröpfchen überträgt, sondern dass sie sich auch ähnlich wie Masern durch die Luft überträgt."

Bei dem O-Ton habe Laumann zum einen schlicht Inhalte eines Berichts der Stadt Köln an das Ministerium wiedergeben und zum anderen deutlich gemacht, "dass sich die Omikron-Variante offenbar viel einfacher über Aerosole überträgt als die vorherigen Varianten und damit noch infektiöser ist", teilte das Ministerium mit. "Neu" ist das aber nicht: Die Verbreitung aller Varianten des Coronavirus findet über Aerosole durch die Luft statt. Deshalb wird beim Infektionsschutz auch dazu geraten, in geschlossenen Räumen regelmäßig zu lüften.

NRW setzt GMK-Beschluss nicht um

Eben weil die Omikron-Variante ansteckender ist, setzt sich Nordrhein-Westfalen auch über den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hinweg, bei Geboosterten auf einen zusätzlichen Corona-Test zu verzichten. Eine Sprecherin von Laumann sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post", das Land wolle 2G-plus nur "in sehr ausgewählten Bereichen" anwenden. In diesen Bereichen, in denen zum Schutz keine Maske getragen werden könne, sei es auch für Geboosterte nach derzeitigem Stand infektiologisch geboten, einen ergänzenden aktuellen Test vorzulegen.

Die GMK hatte Mitte Dezember entschieden, dass Menschen mit einer Auffrischungsimpfung gleichzusetzen seien mit doppelt Geimpften, die einen negativen Test vorweisen können (2G-plus). Damit entfällt die Testpflicht für Geboosterte. Nur in Pflegeheimen und Krankenhäusern soll weiterhin ein Test notwendig sein. Die Entscheidung der Ministerrunde, mit der ein zusätzlicher Anreiz für die Auffrischungsimpfung geschaffen werden sollte, hatte für Kritik gesorgt. Nordrhein-Westfalen rückt nun davon ab.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen