Politik

Sonst "hätten wir versagt" Lauterbach für "letzten strengen Lockdown"

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Karl Lauterbach will dafür kämpfen, dass noch möglichst wenige Menschen an Corona sterben.

(Foto: imago images/Future Image)

Impfungen sind die Rettung aus der Pandemie. Doch bevor sie in Deutschland wirken, muss nach Überzeugung von SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach noch einmal ein sechswöchiger strenger Lockdown sein. Nur so ließen sich "weit über 10.000 Menschen" retten.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält mit einem "letztem strengen Lockdown" bis Ende Mai ein starkes Senken der Fallzahlen der Corona-Infektionen und der Sterblichkeit für erreichbar. "Ziemlich klar ist, dass die Covid Impfung sowohl die Fallzahlen als auch die Sterblichkeit stark senken, wenn mehr als 50 Prozent der Bevölkerung Erstimpfung haben", schreibt er bei Twitter. Dies sei bis Ende Mai in Deutschland erreichbar. "Es fehlen also nur noch sechs Wochen", führt Lauterbach aus.

Lauterbach erklärte, mit einem strengen Lockdown ließen sich "weit über 10.000 Menschen" meist im Alter von 40 bis 60 Jahren retten. "Oder wir sind dafür nicht bereit, weil es uns die Einschränkungen 10.000 Tote nicht wert sind. Dann hätten wir versagt", schreibt der SPD-Politiker weiter.

Lauterbach warf anderen Politikern vor, eine konkrete Auseinandersetzung mit der Zahl der zu erwartenden Opfer bei einem zu weichen Lockdown zu scheuen. "Die Demonstranten gegen die Lockdown sieht man, die Opfer einer schwachen Politik bleiben anonym, selbst wenn sie sterben. Für sie müssen wir kämpfen", schreibt er.

Lauterbach flankiert seine Tweets mit einer Grafik, die die Erfahrungen in Israel beschreibt. Ab einer Impfquote von knapp 40 Prozent zum Ende eines Lockdowns fielen dort die täglichen Fallzahlen massiv, ab einer Quote von 50 Prozent noch einmal stärker. Heute sind in Israel rund 55 Prozent der Menschen geimpft, die täglichen Fallzahlen gehen Richtung 0.

Zum Vergleich: In Deutschland sind nach den Datenstand von Freitag etwas mehr als 19 Prozent der Menschen erstgeimpft. Nach einer kleinen Osterdelle bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder auf einem hohen Niveau von rund 20.000 im Sieben-Tages-Schnitt. Zuletzt bezifferte das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz auf 162,3. In Israel beträgt sie derzeit 12,4.

Quelle: ntv.de, jog/AFP

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