Politik

Corona-Impfungen für Kinder Lauterbach kritisiert Zurückhaltung der STIKO

236370820.jpg

"Wir müssen schnell Kontingente für die Kinder und Jugendlichen bereithalten, damit sie nach den Sommerferien geimpft wieder zur Schule gehen können", sagt Karl Lauterbach.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sollen Kinder ab zwölf Jahren gegen Corona geimpft werden? Die Ständige Impfkommission äußert sich bislang zurückhaltend. Sie will wohl keine uneingeschränkte Impfempfehlung geben. Lauterbach kritisiert das scharf und fordert nun klare Regelungen von Bund und Ländern.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert die Haltung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche. "Wenn sie sich nicht festlegt, schiebt sie die Verantwortung den Eltern, Kindern und Ärzten allein zu", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Das wirft uns zurück in den Bemühungen, Kinder und Jugendliche zu impfen, weil zahlreiche Ärzte verständlicherweise ohne Empfehlung der STIKO junge Menschen nicht impfen wollen." Die Kommission müsse "zumindest eine Botschaft senden".

Mehrere STIKO-Mitglieder äußerten sich zuletzt sehr zurückhaltend. Womöglich wird es nur eine Impfempfehlung für Kinder mit Vorerkrankungen geben. Derweil will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon im Sommer möglichst vielen Jugendlichen ein Impfangebot machen.

Lauterbach setzt nun auf eine klare Empfehlung der Ministerpräsidenten und von Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Impfung von 12- bis 18-Jährigen. "Wir brauchen klare Regelungen zur Verteilung der Impfstoffe für Kinder und Jugendliche", sagte Lauterbach weiter. "Wir müssen schnell Kontingente für die Kinder und Jugendlichen bereithalten, damit sie nach den Sommerferien geimpft wieder zur Schule gehen können." Diese Kontingente dürften aber nicht zulasten der Priorisierung anderer Bevölkerungsgruppen gehen.

"Das versteht kein Mensch mehr"

Einige Ministerpräsidenten äußerten auf dem Impfgipfel Unmut über den Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, den Virologen Thomas Mertens. Er und die STIKO hätten mit ihren Empfehlungen von und Warnungen vor dem Astrazeneca-Impfstoff sowie mit Äußerungen zu Impfungen für Jugendliche erhebliche Verwirrung gestiftet, heißt es Teilnehmern zufolge. Das Hin und Her der STIKO-Empfehlungen "versteht kein Mensch mehr", sagte ein Teilnehmer der Bund-Länder-Runde ntv.

Die STIKO hatte den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca zunächst für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, Mitte März dann für alle Erwachsenen und seit Ende März nur noch für über 60-Jährige. Bisher sind die in Deutschland verfügbaren Corona-Impfstoffe nur für Menschen ab 16 oder 18 Jahren zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am morgigen Freitag mitteilen, ob sie den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für Jugendliche ab 12 Jahren zulässt.

Quelle: ntv.de, hny/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.