Politik

Im Falle eines Wahlsiegs Le Pen stellt ihren möglichen Premier vor

c998bde003143cb5bdead48f5af522b9.jpg

Le Pen (r.) und Dupont-Aignan.

(Foto: imago/Le Pictorium)

Marine Le Pen steht in der Stichwahl um die französische Präsidentschaft. Um ihre Basis zu verbreitern, schließt sie nun ein Bündnis mit dem EU-Kritiker Nicolas Dupont-Aignan. Der soll Premier werden, wenn sie gewinnt.

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen will im Falle eines Wahlsiegs den EU-kritischen Politiker Nicolas Dupont-Aignan zum Premierminister nominieren. Der Chef der konservativ-gaullistischen Bewegung Debout la France ("Steh auf, Frankreich") wolle wie sie den "Patriotismus" verteidigen und ein "gemeinsames Projekt" vorantreiben, sagte Le Pen bei einer Pressekonferenz in Paris.

"Dies ist ein historischer Tag, denn wir stellen die Interessen Frankreichs über die Interessen Einzelner und der Parteien", sagte Dupont-Aignan. Der Vorsitzende von Debout la France, der in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mit 4,7 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem sechsten Platz gelandet war, hatte am Freitag seine Bereitschaft zur Bildung einer Regierung mit der Front National erklärt. Wie Le Pen verfolgt auch er eine protektionistische Wirtschaftspolitik.

Le Pen ist darum bemüht, ihre Wählerbasis zu verbreitern. Den Vorsitz der Front National legte sie Anfang der Woche vorübergehend nieder, um "über den Parteiinteressen" zu stehen. Die Rechtspopulistin geht am 7. Mai als Außenseiterin in die Stichwahl gegen den parteilosen Pro-Europäer Emmanuel Macron, der in Umfragen auf etwa 60 Prozent Zustimmung kommt. Die Allianz von Le Pen und Dupont-Aignan verdeutliche, dass die Franzosen die Wahl zwischen anti-europäischen oder "fortschrittlicheren Ansichten" hätten, sagte Macron auf einer Wahlkampftour durch Frankreich.

Der scheidende Präsident Français Hollande sprach derweil von einer Schicksalswahl, die über die Zukunft Frankreichs in Europa entscheide. "Die Franzosen können nur gewinnen, wenn sie in der Europäischen Union bleiben", sagte Hollande beim EU-Sondergipfel zum Brexit in Brüssel. Er warnte vor einer Stimmabgabe für Le Pen, die sich für ein Referendum zum EU-Austritt Frankreichs ausspricht.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/rts