Politik

Zunächst nur die Älteren Leopoldina für schrittweise Schulöffnung

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Bald könnte wieder Leben in die Klassenräume einziehen - wenn es nach den Forschern der Leopoldina geht.

(Foto: imago images/Zeitungsfoto.at)

Während die Menschen in Deutschland über Ostern am besten zu Hause bleiben sollen, gibt es bereits erste Pläne für ein schrittweises Ende der Ausgangsbeschränkungen. Die Leopoldina schlägt etwa vor, Schulen langsam wieder zu öffnen. Bestimmte Geschäfte könnten folgen.

Die Forschungsgemeinschaft Leopoldina als wichtiger Berater der Bundesregierung in der Coronavirus-Krise könnte am Montag nach Medieninformationen eine schrittweise Öffnung der Schulen vorschlagen. Nach Vorstellung der Forscher könnten in den nächsten Wochen die ersten Schüler wieder den Unterricht besuchen, berichtet der "Spiegel". Die Öffnung solle sich zunächst auf die Älteren beschränken, weil ihnen zugetraut werde, vernünftig mit Schutzmasken umzugehen und den nötigen Abstand zu halten.

"Kindergartenkinder können das nicht", sagte ein Leopoldina-Forscher dem Magazin. Deshalb sollten die Kleinsten nach Ansicht der Wissenschaftler erst einmal zu Hause bleiben.

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Die Stellungnahme der Leopoldina ist eine wichtige Grundlage bei der Frage, welche Lockerungen nach den Osterferien möglich sind. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag gesagt: "Für mich wird eine sehr wichtige Studie die der Nationalen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina, sein." Dabei gehe es um die Frage, "wie können wir weiter vorgehen, wenn die Experten uns sagen, dass wir auf festem Grund stehen, was die Verbesserung der Infiziertenzahlen anbelangt".

Merkel berät mit Bundesländern

Auch auf dieser Grundlage werde sie am kommenden Mittwoch mit den Regierungschefs der Bundesländer beraten. Merkel verwies darauf, dass an der Studie der Leopoldina nicht nur Virologen und Epidemiologen beteiligt seien, "sondern auch Wirtschaftsexperten, Soziologen und Ethiker, also Menschen, die das gesamte gesellschaftliche Leben im Blick haben und damit auch die richtigen Abwägungen treffen können".

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält eine schrittweise Wiedereröffnung von Schulen und Kitas für sinnvoll. "Einen Kaltstart von null auf hundert nach den Osterferien darf es nicht geben", erklärte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Die Einrichtungen könnten außerdem nur dann wieder in Gang kommen, wenn die Gesundheit von Lehrern und Schülern ausreichend geschützt werde. Gewährleistet werden müssten laut Tepe unter anderem die Einhaltung von Sicherheitsabständen, der besondere Schutz von Risikogruppen sowie mancherorts eine Sanierung der Sanitäranlagen.

Bestimmte Geschäfte könnten öffnen

Das Deutsche Kinderhilfswerk appellierte an Bund, Länder und Kommunen, bei der Diskussion über eine Exit-Strategie die Interessen von Kindern und Jugendlichen besonders in den Blick zu nehmen. Insbesondere Schulen, Kitas und öffentliche Spielplätze in Deutschland sollten baldmöglichst schrittweise wieder geöffnet werden, erklärte die Organisation in Berlin.

Die Öffnung weiterer Geschäfte hängt nach Ansicht der Leopoldina-Forscher maßgeblich davon ab, wie viele Schutzmasken verfügbar sind, schreibt der "Spiegel" weiter. Nur mit ausreichend Infektionsschutz könne die Rückkehr ins normale Leben gelingen. "Die Maske muss zum sozialen Standard werden", sagte der Leopoldina-Forscher. Auch für eine Ausweitung der Covid-19-Tests sprechen sich die Forscher demnach aus.

Zugleich wird ein Kabinettsmitglied mit den Worten zitiert, es dürfe nach Ostern keinesfalls ein "Befreiungsschlag" erwartet werden. Man rede allenfalls über "kleine Päckchen", mit denen die Lockerung beginne. Geprüft werde derzeit für einzelne Branchen, wie sie ihre Arbeit wieder aufnehmen könnten. "Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass Friseurläden mit ausreichend Infektionsschutz und einer begrenzten Kundenzahl im Geschäftsraum bald wieder aufmachen dürfen", zitierte das Magazin das namentlich nicht genannte Kabinettsmitglied.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa