Politik

Israel setzt Einsatz fortLibanesen drängen zurück in den Süden - Beirut warnt eindringlich

08.04.2026, 14:16 Uhr
00:00 / 03:41
Smoke-rises-following-an-Israeli-strike-on-the-southern-suburbs-of-Beirut-as-seen-from-Baabda-Lebanon-April-8-2026
Israel greift weiter Ziele in Vororten Beiruts an. (Foto: REUTERS)

Die im Iran-Krieg vereinbarte Waffenruhe umfasst nicht den Konflikt Israels mit der Hisbollah im Libanon. Dennoch zieht es die Menschen dort in die Gebiete, aus denen sie vertrieben wurden. Dabei ignorieren viele die Warnungen der libanesischen Armee.

Die libanesische Armee warnt die Bevölkerung vor einer Rückkehr in den Süden des Landes. Es bestehe die Gefahr weiterer Angriffe durch Israel, teilte die Armee mit. Zuvor hatte Israel erklärt, die Waffenruhe mit dem Iran gelte nicht für den Konflikt mit der Hisbollah. Auch ein libanesischer Regierungsvertreter sagte, der Libanon habe bisher keine offizielle Mitteilung über eine Waffenruhe erhalten, die das Land einschließe.

Israels Armee hatte am Morgen und Vormittag für mehrere Gegenden im Libanon, darunter die südlichen Vororte von Beirut, ihre Fluchtaufrufe vor anstehenden Angriffen auf Ziele der Hisbollah erneuert. Laut Angaben des israelischen Militärs gehen auch die Bodeneinsätze gegen die vom Iran unterstützte Miliz im Süden des Nachbarlandes weiter.

Trotz der Warnungen waren die Autobahnen in Richtung Süden mit Fahrzeugen überfüllt, die Hausrat transportierten. Viele Vertriebene hoffen auf eine Rückkehr in ihre Dörfer. "Wir wollen zurück nach Hause. Wir können nicht länger als Vertriebene in Schulen bleiben", sagte eine Frau der dpa auf einer Autobahn in Richtung Süden. Der Iran und die Welt müssten helfen, forderte sie.

Die Hisbollah-Miliz äußerte sich nicht offiziell zu der verkündeten Waffenruhe. Sie reklamierte jedoch seit dem frühen Mittwochmorgen keine Angriffe gegen Israel mehr für sich.

++ Verfolgen Sie die Entwicklungen in der Region in unserem Liveticker ++

Kritik am fortgesetzten Einsatz Israels kommt indes aus Spanien. Außenminister José Manuel Albares sprach im Sender RNE von einem "Tag der Hoffnung", forderte aber, dass auch die israelischen Angriffe auf den Libanon eingestellt werden. "Es ist inakzeptabel, dass die Invasion Israels in ein souveränes Land, die Angriffe auf die Friedenstruppen der Vereinten Nationen - die Blauhelme, unter denen sich auch spanische Soldaten befinden, die hervorragende Arbeit leisten - sowie die wahllosen Bombardierungen der Zivilbevölkerung in Beirut fortgesetzt werden", beklagte er

Mit Blick auf die kommenden zwei Wochen sagte Albares: "Wir werden keine Ressourcen scheuen, um die Vermittlungsbemühungen Pakistans zu unterstützen und der Diplomatie zum Durchbruch zu verhelfen. Aber es ist noch zu früh, um zu wissen, wohin sie führen werden." Ein endgültiger Frieden sei noch weit entfernt. Man müsse daher alles tun, um "das Risiko von Gewalt und einer inakzeptablen Eskalation, wie sie die Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat, zu verringern", forderte er.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas bezeichnete derweil die Einigung auf eine Feuerpause als "wichtigen Schritt" zur Beschränkung des Einflusses der USA in der Region. Der Wille der freien Völker, die bereit sind, den Preis für Freiheit und Unabhängigkeit zu bezahlen, hat triumphiert", hieß es weiter. Die Hamas beglückwünsche "das Volk und die Führung des Iran" und spreche "allen Märtyrern" ihr Beileid aus, hieß es in der Erklärung der proiranischen Gruppe weiter, die im Gazastreifen an der Macht ist.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

IsraelHisbollahLibanonKriege und KonflikteHamasNahost-KonfliktIsrael-Krieg