Politik

Auch Hisbollah unbeeindrucktLibanon: Israel greift trotz US-Iran-Einigung weiter an

15.06.2026, 10:39 Uhr
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Viele vertriebene Menschen im Libanon hatten sich Hoffnungen auf eine Rückkehr gemacht. (Foto: REUTERS)

Eigentlich schließt das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Ende der Auseinandersetzungen im Libanon mit ein. Danach sieht es aber am Morgen nach der Einigung nicht aus: Der Libanon meldet Angriffe, die Hisbollah gibt sich kämpferisch und Israel droht.

Laut dem Libanon hat die israelische Armee ihre Angriffe im Süden des Landes fortgesetzt - trotz des verkündeten Rahmenabkommens im Iran-Krieg. Israel kündigte wenig später an, sich nicht aus den besetzten Gebieten zurückziehen zu wollen. Israel habe unter anderem die Umgebung der Stadt Nabatija angegriffen, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Morgen. Bei einem Drohnenangriff habe es mehrere Verletzte gegeben.

Augenzeugen berichteten ebenfalls von neuen israelischen Angriffen im Raum der strategisch wichtigen Stadt. Libanesische Sicherheitskreise berichteten von Angriffen im Südlibanon mit Artillerie und Drohnen durch die Nacht und bis in die Morgenstunden, mit einer vorübergehenden Pause. Der Beschuss und die Drohnenangriffe gingen demnach am Morgen aber weiter.

Die Stadt Nabatija rief Anwohner auf, wegen anhaltender Gefahr "unter keinen Umständen" in ihre Häuser zurückzukehren. "Wir verstehen das Ausmaß Ihres Leidens vollkommen und sind zutiefst dankbar für Ihre Geduld und Ausdauer", hieß es in einer Mitteilung der Gemeinde.

Von Israel gab es für die Angriffe zunächst keine Bestätigung. Israels Armee berichtete aber von neuen Angriffen in der Nacht auf israelisches Gebiet. Die Flugabwehr habe eine aus dem Libanon kommende Drohne abgefangen, teilte die Armee mit. Verteidigungsminister Israel Katz gab an, das Militär nicht aus den im Libanon besetzten Gebieten zurückziehen zu wollen. Sollte der Iran Israel wegen der Ereignisse im Libanon angreifen, werde das Land Vergeltung üben, kündigte Katz in einer Erklärung zudem an.

Kein Frieden, "solange der Libanon brennt"

Auch die Hisbollah beanspruchte neue Angriffe für sich. Sie habe unter anderem israelische Soldaten im südlichen Libanon angegriffen, etwa in der Nähe der wichtigen Burg Beaufort, und einen Artillerieposten. Am Morgen schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf X: "Natürlich kann es keinen Frieden im Nahen Osten geben, solange der Libanon in Flammen steht." Europa fordere erneut alle Parteien auf, die Souveränität und territoriale Integrität des Libanon zu achten und einen echten Waffenstillstand umzusetzen."

Viele Libanesen, die vor Angriffen flohen, fürchten weitere Bombardierungen. "Wir hören immer noch von israelischem Beschuss in unserer Gegend", sagte ein Mann namens Ali, der aus der Nähe der Küstenstadt Tyrus stammt. Die von der Hisbollah betriebene Zivilschutzorganisation warnte Anwohner, nicht voreilig in ihre Häuser zurückzukehren. Anwohner sollten auch keine verdächtigen Objekte anfassen und keine beschädigten Häuser betreten, weil diese einstürzen könnten.

Nach wochenlangen Verhandlungen hatten die USA und der Iran eine vorläufige Übereinkunft für einen Ausweg aus dem Iran-Krieg verkündet. Unterzeichnet werden soll das Dokument demnach am Freitag in der Schweiz. Es sieht nach Angaben von Vermittler Pakistan die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten vor, einschließlich im Libanon.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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