Politik

Merz' Zukunft in der CDU "Lieber Friedrich, bleib' bitte bei uns"

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Friedrich Merz war der Favorit des Wirtschaftsflügels in der CDU.

AP

Es klingt beinahe flehend: Nach der Niederlage von Friedrich Merz im knappen Rennen um den CDU-Vorsitz appelliert Unionsfraktionsvize Linnemann an den Hoffnungsträger des Wirtschaftsflügels, weiter für die Partei zu arbeiten - auch mit Blick auf die Wahlen 2019.

Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann hat den bei der Wahl zum CDU-Parteivorsitz unterlegenen Friedrich Merz dringend aufgerufen, sich weiter für die Partei zu engagieren. "Lieber Friedrich, bleib' bitte bei uns", sagte Linnemann beim Bundesparteitag in Hamburg. Merz werde vor allem im kommenden Jahr gebraucht - nicht nur bei der Europawahl, sondern auch bei den anstehenden Landtagswahlen. Linnemann hatte Merz als Kandidaten für den CDU-Vorsitz favorisiert.

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Der Hoffnungsträger des Wirtschaftsflügels solle Thüringens CDU-Landeschef Mike Mohring bei der Landtagswahl unterstützen, damit dieser dort Ministerpräsident werde, sagte Linnemann weiter. Merz solle auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer unterstützen, damit er Ministerpräsident bleibe. "Wir brauchen alle, wir müssen den Laden zusammenhalten, verdammt nochmal", rief der als konservativ geltende Linnemann, der wie Merz und der dritte Kandidat Jens Spahn Nordrhein-Westfale ist.

Er selbst werde "alles dafür tun, dass das klappt", versicherte Linnemann. Der Wettstreit um die Nachfolge von Angela Merkel sei ein "demokratisches Verfahren" gewesen, und er bitte alle, "jetzt mitzumachen, alles andere bringt nichts". Es werde nicht einfach werden, aber "wir kriegen das hin". Zugleich äußerte Linnemann die Überzeugung, dass seine Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) "sehr gut" mit der neuen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer zusammenarbeiten werde.

Austrittsdrohungen via Whatapp

Nach der Wahl von AKK war die Enttäuschung über die Niederlage von Merz dem Vernehmen nach sehr groß gewesen. Offenbar machten mehrere Mitglieder ihrem Ärger über eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe Luft. Auch Drohungen einiger Enttäuschter, aus der Partei auszutreten, soll es gegeben haben. Sie fürchten, Merz könne sich nach der verlorenen Wahl trotz seiner Versprechungen, sich weiterhin in der CDU zu engagieren, aus der Parteiarbeit zurückziehen.

Die frühere saarländische Ministerpräsidentin AKK hatte bei der Stichwahl am Freitag 51,7 Prozent der Stimmen erzielt, Merz kam auf 48,2 Prozent. Der ebenfalls ins Rennen um den Parteivorsitz gegangene Bundesgesundheitsminister Spahn war im ersten Wahlgang ausgeschieden, erhielt aber respektable 15,7 Prozent. Wegen des engen Ausgang des Rennens gilt es als wichtige Aufgabe Kramp-Karrenbauers, die Unterstützer ihrer Mitbewerber einzubinden.

Merz hatte bereits kurz nach der Wahl angekündigt, weder für einen Posten im CDU-Präsidium noch als Vize-Parteichef kandidieren zu wollen. Unklar ist nun, wie seine künftige Rolle in der Partei aussehen soll. Neben Linnemann will auch die neue Parteichefin auf Merz einwirken. Im Interview mit n-tv sagte AKK, sie wolle mit ihm "in den kommenden Tagen ein Gespräch darüber führen, wie er sich in die Partei einbringen kann. Denn das ist das, was die Mitglieder wollen und auch erwarten."

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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