Politik

Halber Neustart in Erfurt Linke wählt Wissler und Schirdewan an Parteispitze

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Für den Parteivorsitz der Linken gab es viele Bewerberinnen und Bewerber: Janine Wissler ...

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Linke regiert derzeit in vier Bundesländern mit, steckt aber in einer Existenzkrise. Ein Neustart soll gelingen. Den traut die Basis am ehesten der alten Parteichefin und einem Europaabgeordneten aus Berlin zu.

Der Europaabgeordnete Martin Schirdewan ist neuer Parteichef der Linken. Der 46 Jahre alte Berliner wurde auf dem Parteitag in Erfurt zum Ko-Vorsitzenden gewählt. Komplettiert wird die Doppelspitze von Janine Wissler, die von der Basis eine zweite Chance erhält: Die 41-jährige Hessin wurde wiedergewählt, obwohl sie nach einer Reihe von Schlappen bei Bundestags- und Landtagswahlen sowie internen Grabenkämpfen umstritten war.

Beide setzten sich im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gegen mehrere Mitbewerber durch. Sie gelten als Realpolitiker, die gut miteinander auskommen und die Linke nach Wahlschlappen und Grabenkämpfen aus der Krise führen sollen. Wissler erhielt 57,5 Prozent der Stimmen, der Berliner Schirdewan 61,3 Prozent.

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... und Martin Schirdewan haben sich durchgesetzt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wissler steht seit Februar 2021 an der Spitze der Linken. Ihre Ko-Vorsitzende Susanne-Hennig Wellsow war im April entnervt zurückgetreten. Der 46-jährige Schirdewan ist Ko-Fraktionsvorsitzende der Linken im Europaparlament. Er sagte in seiner Bewerbungsrede, er habe Erfahrung damit, "eine bunte Ansammlung von Linken zu lenken und zu führen". Offiziell trat er für den Thüringer Landesverband an.

Gysi verlangt Neustart

Der frühere Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi verlangte auf dem Parteitag einen Neustart, damit die Linke 15 Jahre nach ihrer Gründung aus PDS und WASG nicht in die Bedeutungslosigkeit rutsche. Die Krise resultiere auch daraus, dass nicht mehr erkennbar sei, was Mehrheits- und was Minderheitsmeinung in der Linken sei. Er sprach von Denunziationen von Parteimitgliedern untereinander. "Das ist unerträglich."

"Hört auf mit dem ganzen kleinkarierten Mist in unserer Partei", appellierte der 74-Jährige an die Delegierten. Die Linke habe in der Gesellschaft einen Platz, der von keiner anderen Partei ersetzt werden könne. "Das Land braucht demokratische Sozialistinnen und Sozialisten."

In Erfurt will die Linke auch ihre heftig umstrittene Haltung zu Russland und zu dessen Angriffskrieg in der Ukraine bestimmen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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