Politik

Migrantenanteil begrenzen Linnemann will Quotenregelung für Schulen

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Nur 35 Prozent der Schüler einer Klasse sollen einen Migrationshintergrund haben, regte Linnemann an.

(Foto: imago/blickwinkel)

In deutschen Schulklassen soll nach dem Willen von Unionsfraktionsvize Linnemann nur noch gut jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund haben. Alles andere sei nicht vorteilhaft. In einem Modellversuch soll dies wissenschaftlich untersucht werden.

Der CDU-Politiker Carsten Linnemann hat eine Obergrenze für den Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in Schulklassen vorgeschlagen. Als mögliche Größenordnung nannte er im "Spiegel" 35 Prozent. Es sei mittlerweile anerkannt, dass ein hoher Migrantenanteil in Klassen nicht vorteilhaft sei, argumentierte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion.

Bei der 35-Prozent-Quote stützte sich Linnemann auf frühere Forderungen des Philologenverbandes. Dieser hatte sich allerdings auf die Lage an Berliner Gymnasien bezogen. Linnemann schlug nun vor, die Machbarkeit einer solchen Quote zunächst in einem wissenschaftlich begleiteten Modellversuch zu prüfen.

Die Umsetzbarkeit einer Migrantenquote gilt als schwierig. An vielen Berliner Schulen, aber auch beispielsweise in Schulen in nordrhein-westfälischen Städten stellen Kinder mit ausländischen Wurzeln längst die Mehrheit. Allerdings ist das Kriterium eines Migrationshintergrundes dabei schwierig: Viele Kinder mit ausländischen Wurzeln sprechen perfekt deutsch, andere hingegen nicht.

An einigen Berliner Schulen sprechen 90 Prozent der Schüler nicht deutsch als Muttersprache, wobei deren deutsche Sprachkenntnisse sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Um ihren Anteil zu senken, müsste ein Teil der Schüler auf andere, meist weiter entfernte Schulen umverteilt werden - wo dann wiederum der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund entsprechend ansteigen würde.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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