Politik

Protestaktion zum Staatsbesuch London gibt grünes Licht für Trump-Baby

Wenn Donald Trump am kommenden Freitag in London zu Gast ist, wird 30 Meter über der Stadt ein riesiger Ballon in Gestalt des US-Präsidenten schweben. Bürgermeister Sadiq Khan hat die Protestaktion abgesegnet - allerdings erst nach langem Zögern.

Ein riesiger Ballon in Form eines Babys mit dem Gesicht von US-Präsident Donald Trump darf als Protestaktion während dessen Besuch in London über der Stadt schweben. Londons Bürgermeister Sadiq Khan habe grünes Licht gegeben, teilten die Organisatoren der Aktion mit. Das sechs Meter große orangefarbene Trump-Baby mit Lätzchen und Telefon werde während des Besuchs zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr Ortszeit unweit des Parlamentsgebäudes in 30 Metern Höhe schweben.

"Der Bürgermeister unterstützt das Recht auf friedliche Proteste und versteht, dass diese viele verschiedene Formen haben können", sagte ein Sprecher. Khan hatte sich in der Vergangenheit via Twitter mehrmals Wortgefechte mit Trump geliefert. Nachdem Trump im vergangenen November ein islamfeindliches Video weiterverbreitet hatte, forderte Khan die britische Premierministerin Theresa May sogar dazu auf, den Staatsbesuch des US-Präsidenten abzusagen. Ohne Erfolg.

Trump und Khan sind spätestens seit dem Terroranschlag auf der London Bridge im Juni 2017 keine Freunde mehr. Damals hatte der US-Präsident den Bürgermeister der britischen Metropole als "armselig" bezeichnet.

Dennoch kam die Erlaubnis für die Protestaktion während des Trump-Besuchs nicht ohne Weiteres: Zunächst sei das Trump-Baby nicht als seriöser Protest anerkannt worden, sagte der Aktivist Leo Murray dem Sender Sky News. "Aber dank großer öffentlicher Unterstützung für unseren Plan scheint das Bürgermeisteramt seinen Sinn für Humor wiedergefunden zu haben", sagte Murray.

Der US-Präsident wird am kommenden Freitag in London erwartet, wo er Premierministerin May und Königin Elizabeth II. treffen soll. Es wird mit zahlreichen Protesten gerechnet.

Quelle: ntv.de, jug/AFP