Politik

Zerwürfnis im AfD-Vorstand Lucke gibt sich nicht geschlagen

Im Vorstand der Alternative für Deutschland muss deren Gründer Bernd Lucke empfindliche Dämpfer hinnehmen. Doch aufgeben will er nicht. Er will weiter für seine Positionen kämpfen, auch wenn der Riss in der Partei immer größer wird.

Der Gründer der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, will im Flügelstreit mit rechtsnationalen Kräften weiter für seine liberalkonservativen und euroskeptischen Positionen kämpfen. "Ich würde nicht in eine Partei eintreten, die sich vorrangig oder ausschließlich mit Themen wie Zuwanderung und Asyl und Islam und Migration befasst", sagte Lucke vor einem Gespräch mit der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag.

Damit stellte er sich deutlich gegen seinen Gastgeber, Brandenburgs Landeschef Alexander Gauland, der mit seiner Fraktion im Landtag eine Politik gegen den Bau von Asylbewerberheimen und Zuwanderung vertritt.

Lucke ist im Vorstand seiner Partei zunehmend isoliert. Der AfD-Bundesvorstand hatte zuvor in Berlin mehrheitlich die Gründung des von Lucke initiierten Vereins "Weckruf 2015" missbilligt. Er hatte diesen Anfang der Woche gegründet, um Nationalkonservative wie die Co-Vorsitzenden Frauke Petry und Konrad Adam in der AfD zu isolieren. Mehr als zehn Prozent der AfD-Mitglieder - vor allem aus den westlichen Bundesländern - schlossen sich dem Verein an.

Keine weitere Zusammenarbeit?

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Die beiden Vorsitzenden Lucke und Petry wollen künftig nicht mehr zusammenarbeiten.

(Foto: imago/Future Image)

Die Co-Vorsitzende Frauke Petry hatte zuvor erklärt, sie wolle nach der Gründung des Vereins nicht mehr mit Lucke zusammenarbeiten. Dieser hatte wiederum erklärt, er sei von Petry enttäuscht. Er könne sich nicht vorstellen, nach der Wahl des neuen Vorstandes durch den Bundesparteitag weiter mit Petry zusammenzuarbeiten.

Gauland bemühte sich nun, die Wogen zu glätten. Luckes "Weckruf 2015" sehe er zwar sehr kritisch, sagte Gauland. "Aber wir haben sachliche Differenzen und die muss man anständig und vernünftig austragen." Bei der Frage nach Luckes Parteivorsitz blieb Gauland allerdings deutlich distanziert. "Er ist der gewählte Parteivorsitzende bis zum Parteitag", sagte er.

Vorstandsreform gestoppt

Das oberste Parteigremium hatte bei seiner Sitzung auch Luckes geplanten Umbau des Vorstands gestoppt. Vorgesehen war die Verkleinerung der bisherigen Dreierspitze aus Lucke, Petry und Adam im kommenden Dezember. Künftig sollte es nur noch einen Parteichef geben. Das will vor allem Luckes Gegenspielerin Petry nicht. Sie wirbt für eine Doppelspitze.

Lucke will auf dem Parteitag im Juni auf jeden Fall wieder zu Wahl des Parteivorsitzenden antreten und hält eine Mehrheit für sich für möglich. "Ich glaube ja, aber das wird der Parteitag im Juni unter Beweis stellen", sagte er.

Neben Petry will auch der dritte Co-Vorsitzende Konrad Adam wieder für den Vorstand antreten. "Natürlich mache ich mit. Die AfD war auch mein Kind", sagte der Publizist dem Radiosender MDR-Info in Halle. Auch der Vorsitzende der AfD-Fraktion in Thüringen, Björn Höcke, hatte dem MDR gesagt, er könne sich vorstellen, für den Bundesvorstand zu kandidieren.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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