Politik

Hinweise auf vorherigen Abschuss Lufthansa bricht Flug nach Teheran ab

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Der Airbus der Lufthansa war bereits am Nachmittag von Frankfurt aus gestartet.

(Foto: imago images/rheinmainfoto)

Trotz des zuvor am Teheraner Flughafen abgestürzten Flugzeugs will Lufthansa die iranische Hauptstadt anfliegen. Doch Stunden nach dem Start einer Maschine aus Frankfurt verdichten sich die Hinweise, der Boeing-Crash sei Folge eines Raketenbeschusses gewesen. Die Lufthansa reagiert sofort.

Die Lufthansa hat ein Flugzeug auf dem Weg in die iranische Hauptstadt Teheran umkehren lassen. Grund sei "eine andere Sichtweise auf die Sicherheitslage im Bereich des Flughafens Teheran", sagte der Sprecher und weigerte sich, die Quelle seiner Informationen offen zu legen. Das Flugzeug mit der Flugnummer LH 600 befinde sich auf dem Rückweg, sagte der Sprecher am Abend. Die Maßnahme sei rein vorsorglich.

Nach dem Absturz eines ukrainischen Flugzeugs im Iran deuten nach Angaben des kanadischen Regierungschefs Justin Trudeau Geheimdienstinformationen darauf hin, dass die Maschine "von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde". Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump ähnliche Mutmaßungen geäußert.

Auch der Lufthansa-Flug von und nach Teheran am Freitag wurde gestrichen, wie das Unternehmen weiter mitteilte. "Sobald uns Detailinformationen vorliegen, werden wir entscheiden, ob bzw. ab wann unsere Iran-Flüge wieder durchgeführt werden können", hieß es. Die Sicherheit für Mitarbeiter und Passagiere habe oberste Priorität.

Von Flugabwehrrakete getroffen?

Zuvor hatte es bereits in US-Medienberichten geheißen, die am Mittwoch bei Teheran abgestürzte ukrainische Passagiermaschine könnte von einer iranischen Flugabwehrrakete getroffen worden sein. US-Regierungsbeamte hielten dies für hoch wahrscheinlich, berichtete der TV-Sender CBS unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Das Nachrichtenmagazin "Newsweek" berichtete unter Berufung auf zwei Pentagon-Mitarbeiter, dies sei wohl versehentlich geschehen.

Die Annahme sei, dass das iranische Luftabwehrsystem aktiv gewesen sein könnte, nachdem in der Nacht zum Mittwoch vom Iran aus Raketen auf von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak abgefeuert worden waren, berichtete "Newsweek". Der Iran hatte Spekulationen über einen Abschuss zuvor bereits zurückgewiesen. Bei dem Absturz waren 176 Menschen gestorben. Die Boeing 737 der Ukraine International Airlines war auf dem Weg von Teheran nach Kiew gewesen.

Erst am Vormittag hatte die Lufthansa erklärt, nach eintägiger Unterbrechung wegen der Zuspitzung des Iran-Konflikts ihre Flüge nach Teheran wieder aufzunehmen. Der Flug LH 600 hatte Frankfurt am Nachmittag verlassen.

Quelle: ntv.de, mra/dpa/dj