Politik

Durchsuchung vor Start in Minsk Lufthansa überfliegt Belarus nicht mehr

2016-05-26T120000Z_567771122_D1AETGHHEVAA_RTRMADP_3_BELARUS-TRANSPORT.JPG

Am Flughafen in Minsk war der Regimekritiker Roman Protasewitsch nach der erzwungenen Landung seines Flugzeugs festgenommen worden.

(Foto: REUTERS)

Die erzwungene Landung eines Ryanair-Fliegers in Minsk sorgt für Empörung und Sorge in der Luftfahrt. Erste Fluglinien meiden den belarussischen Luftraum - nun entschließt sich auch die Lufthansa dazu. Zuvor war eine ihrer Maschinen vor dem Start in Belarus durchsucht worden.

Nach der erzwungenen Landung eines Ryanair-Flugzeugs in Minsk wird die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa den belarussischen Luftraum vorerst meiden. "Aufgrund der aktuell dynamischen Lage setzen wir die Operation im weißrussischen Luftraum vorerst aus", teilte das Unternehmen am Abend mit. Belarus hatte am Sonntag eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair auf dem Weg von Athen nach Vilnius unter dem Vorwand einer Bombendrohung und mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen und einen im Exil lebenden Regierungskritiker festgenommen.

Zuvor war bereits ein Flugzeug der Lufthansa auf dem Flughafen der belarussischen Hauptstadt nach einem Sicherheitshinweis durchsucht worden. Der für 14.20 Uhr lokaler Zeit geplante Start wurde verzögert. Das Unternehmen teilte auf Anfrage am Nachmittag mit, dass es für den Flug LH1487 nach Frankfurt (Main) während des Boardings einen Sicherheitshinweis an die lokalen Behörden gegeben habe. "Wir folgen den Anweisungen der lokalen Behörden, die das Flugzeug vor Abflug erneut durchsuchen und die Passagiere erneut einem Sicherheitscheck unterziehen", hieß es. Die Behörden nannten zur Begründung einen Hinweis auf einen möglichen terroristischen Akt.

Dazu würden auch alle Koffer und die Fracht ausgeladen. An Bord waren laut Lufthansa 51 Passagiere inklusive fünf Mitglieder der Crew. Es komme zu Verzögerungen. "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Passagiere, doch haben Sicherheit der Fluggäste, der Crew und des Flugzeugs bei Lufthansa immer höchste Priorität", teilte das Unternehmen weiter mit.

Belarus hatte am Sonntag einen Ryanair-Flieger auf dem Weg von Athen nach Vilnius unter dem Vorwand einer Bombendrohung und mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Dort wurden der in Polen lebende Oppositionelle Roman Protasewitsch und seine aus Russland stammende Freundin festgenommen. Der Vorfall sorgte für internationale Empörung. Die EU berät heute über mögliche neue Sanktionen gegen Belarus wegen des Vorfalls. Polen fordert als Konsequenz die Aussetzung aller Flugverbindungen zwischen EU-Ländern und Belarus. Diesen Vorschlag werde er beim EU-Gipfel machen, sagte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki. Es müsse eine eindeutige Antwort auf den "Akt von Staatsterrorismus" aus Belarus geben.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.