Politik

"Das ist unsere Verantwortung" Maas wird Zeuge arktischen Klimawandels

Per Flugzeug und per Motorboot: Heiko Maas besucht die kanadische Arktis und eine kleine Inuit-Siedlung. Die dramatische Eisschmelze in der Region werde viel zu wenig wahrgenommen, meint der deutsche Außenminister.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat bei einem Besuch in der kanadischen Arktis dazu aufgerufen, den dramatischen Folgen der Klimakrise in der Region mehr Aufmerksamkeit zu schenken. "Diese Menschen haben keine Chance, durch die Veränderungen ihres Verhaltens, einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten, dass dem Klimawandel etwas entgegengesetzt wird. Das ist unsere Verantwortung", sagte er in Iqaluit, der Hauptstadt der arktischen Region Nunavut.

imago92822538h (1).jpg

Auch Flugreisen heizen den Klimawandel an, könnte Außenminister Maas auf dem Flug von Iqaluit nach Pond Inlet gedacht haben.

(Foto: imago images / photothek)

Die Erderhitzung macht sich in der Arktis am deutlichsten bemerkbar. Die Durchschnittstemperaturen steigen dort zwei bis drei Mal so schnell wie im Rest der Welt. Die Eismasse war vor 50 Jahren im Sommer noch vier Mal so groß wie heute. Das schmelzende Polareis legt neue Routen für die Schifffahrt frei. Zudem erlangt die Region wegen großer Öl- und Gasreserven und Fischereigründe zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. Fünf Anrainerstaaten - darunter die USA und Russland - erheben Gebietsansprüche. Es gibt Befürchtungen, dass die Arktis zu einer neuen Konfliktzone werden könnte.

Am heutigen Donnerstag flog Maas Richtung Pond Inlet jenseits des Polarkreises weiter. Er wird von Forschern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, des Max Planck Instituts für Meteorologie und des German Institutes for Global and Area Studies (GIGA) begleitet. Die Bundesregierung will ihr Engagement in der Arktis verstärken und dazu in Kürze "Leitlinien deutscher Arktispolitik" vorlegen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa