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"Man weiß nie" Maaßen hält CDU-AfD-Koalition für möglich

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Maaßen ist Mitglied der Werte-Union.

(Foto: picture alliance/dpa)

In vielen ostdeutschen Bundesländern ist die AfD bereits zweitstärkste Kraft. Als Koalitionspartner brauche die CDU die Rechtspopulisten noch nicht, glaubt der ehemalige Verfassungsschutzchef Maaßen. Für die Zukunft will er ein solches Bündnis nicht ausschließen.

Der frühere Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen schließt eine Zusammenarbeit von CDU und AfD in den ostdeutschen Bundesländern perspektivisch nicht aus. "Ich glaube, in der jetzigen Situation werden wir es auch ausschließen, dass es zu einer derartigen Koalition kommt, aber man weiß nie", sagte das CDU-Mitglied Maaßen im Deutschlandfunk. Ziel sei es, dass die CDU bei den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen im Herbst stärkste Partei werde. Er könne sich durchaus vorstellen, dass das erreichbar sei.

Maaßen zeigte sich überzeugt, dass die CDU in den drei ostdeutschen Ländern auch ohne die AfD eine Koalition bilden könne. Insbesondere in Thüringen glaube er nicht, dass eine Kooperation mit der AfD unter dem dortigen Landesvorsitzenden Björn Höcke möglich sei. "Um eine Koalition zu bilden, braucht man gemeinsame Werte und Überzeugungen. Die sehe ich derzeit jedenfalls nicht", sagte er.

Maaßen ist Mitglied der Werte-Union, einer konservativen Gruppierung innerhalb von CDU und CSU, die am Samstag zu ihrem Bundestreffen in Filderstadt bei Stuttgart zusammenkommt. Der frühere Verfassungsschutzchef sollte dort eigentlich als Gastredner auftreten - nach Angaben von Werte-Unions-Chef Alexander Mitsch fiel allerdings Maaßens Flug aus. Stattdessen sollte eine Videobotschaft von ihm abgespielt werden.

"Maaßen ist bester Wahlkämpfer der AfD"

Nach umstrittenen Äußerungen waren Politiker von CDU und FDP auf Distanz zu dem früheren Verfassungsschutz-Chef gegangen. "Maaßen betreibt Wahlwerbung für die AfD", warf der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Arbeitnehmerorganisation CDA, Christian Bäumler, dem CDU-Mitglied im "Handelsblatt" vor.

"Maaßen ist der beste Wahlkämpfer für die AfD. Die Union muss sich von seinen wirren Einlassungen distanzieren", verlangte im "Handelsblatt" auch der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle. "Wenn der ehemalige Chef des Inlandsnachrichtendienstes eine Partei hofiert, deren rechtsextremer Flügel von seiner Ex-Behörde beobachtet wird, fällt er seinen ehemaligen Mitarbeitern in den Rücken", sagte Kuhle weiter.

Quelle: n-tv.de

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