Politik

"Operation Widerstandskraft" Macron geht militärisch gegen Corona vor

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Frankreichs Präsident Macron besuchte den besonders von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Elsass.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wird der von Emmanuel Macron ausgerufene "Krieg" gegen das Coronavirus nun zu einem echten Militärkonflikt? Bei einem Besuch im Elsass kündigt der französische Präsident eine Armee-Aktion an. Dabei lässt er sich vom Kampf gegen den Terrorismus inspirieren.

Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine spezielle Militäraktion angekündigt. Die "Operation Widerstandskraft" werde der bereits existierenden französischen Militäraktion im Kampf gegen den Terrorismus nachempfunden und habe zum einzigen Ziel, die Bevölkerung im "Krieg" gegen das tödliche Virus zu unterstützen, sagte der Staatschef im besonders von der Pandemie betroffenem Elsass. Unter anderem sollen zwei Hubschrauber-Träger in die Nähe französischer Übersee-Gebiete entsandt werden. Macron äußerte sich nach dem Besuch eines neu errichteten Militärlazaretts bei der Stadt Mülhausen, das die überfüllten Krankenhäuser in der Region entlasten soll.

Macron rief die Franzosen zur Geschlossenheit angesichts der Krise auf: "Wenn man in den Krieg zieht, dann tut man das geschlossen, man kämpft gemeinsam." Zugleich kündigte der Präsident ein massives Investitionsprogramm für Krankenhäuser an. Er würdigte die Leistungen aller Mitarbeiter des Gesundheitswesens angesichts der Pandemie. Diese verdienten aber auch außerhalb von Krisenzeiten grundsätzlich mehr Respekt und Wertschätzung.

Zahl der Todesopfer steigt schnell

Die Zahl der Covid-19-Todesopfer stieg derweil in Frankreich auf über 1330. Dies seien gut 230 mehr als noch am Vortag, sagte am Abend der Generaldirektor im französischen Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon. Mehr als 11.500 Menschen seien wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Besonders betroffen von der Krise ist das von Macron besuchte Elsass. Mit der Visite in dem Militärlazarett mit 30 Betten wollte er nach Angaben aus seinem Umfeld "Solidarität mit der Region Grand Est zeigen". Sie wird wegen der vielen Infektionsfälle auch vom deutschen Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft. Zu der Region Grand Est gehören neben dem Elsass auch Lothringen und Champagne-Ardenne.

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Mehrere schwer kranke Patienten aus dem Grenzgebiet wurden auch nach Deutschland und in die Schweiz gebracht. Dutzende weitere Kranke wurden aus dem Elsass in Kliniken in andere französische Landesteile verlegt, wo mehr Betten bereitstehen. Auch ein medizinisch umgerüsteter TGV-Hochgeschwindigkeitszug soll dafür erstmals zum Einsatz kommen. Er traf am Abend am Bahnhof von Straßburg ein, am Donnerstag soll sein Einsatz beginnen.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP