Politik

Nachhaltiger Frieden gefordert Macron hält Verhandlungen mit Putin für möglich

386686898.jpg

Putin habe auf eigene Faust entschieden, die Ukraine anzugreifen, basierend auf einem falschen Narrativ, sagt Macron.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Frankreichs Präsident Macron will den Gesprächsfaden mit seinem russischen Amtskollegen Putin nicht abreißen lassen. Zwar verurteilt er die Invasion in die Ukraine als "Fehler", schließt diplomatische Lösungen aber nicht aus. Die US-Botschafterin in Deutschland sieht das jedoch anders.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Angriffskrieg in der Ukraine als einen "großen Fehler" des russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnet. Verhandlungen mit dem Kremlchef seien aber "noch möglich", sagte Macron in einem Interview mit dem US-Sender ABC. Macron betonte, dass der Frieden in der Ukraine nachhaltig sein müsse. "Ein guter Friede ist kein Friede, der den Ukrainern aufgezwungen wird", sagte Macron. Ein guter Friede sei keiner, der mittel- oder langfristig von einer der beiden Parteien nicht akzeptiert werde.

"Ich denke, Präsident Putin hat einen großen Fehler gemacht, als er diesen Krieg begann", sagte Macron weiter - und verwies auf das Minsker Abkommen, das zwischen der Ukraine und Russland getroffen worden war, um einen Krieg zu verhindern. "Es gab einen politischen und diplomatischen Prozess, an dem die internationale Gemeinschaft beteiligt war." Doch Putin habe auf eigene Faust entschieden, die Ukraine anzugreifen, basierend auf einem falschen Narrativ. Macron spricht regelmäßig mit Putin und hatte vor seiner USA-Reise angekündigt, dass er "in den nächsten Tagen" wieder den Kontakt zu ihm suchen werde.

Macron ist seit Dienstagabend (Ortszeit) für einen mehrtägigen Staatsbesuch in den USA. Anders als bei regulären Arbeitsbesuchen ist dabei der protokollarische Aufwand viel höher und sieht besondere Programmpunkte wie das Staatsbankett vor. Macron ist der erste ausländische Gast in der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden, dem diese Ehre zuteil wird.

Biden begrüßte Macron vor seinem Amtssitz in Washington mit militärischen Ehren und würdigte in einer Ansprache die "Beständigkeit, Stärke und Vitalität der großartigen Freundschaft zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika."

"Frankreich ist unser ältester Verbündeter, unser standhafter Partner im Dienste der Freiheit", fügte der US-Präsident vor zahlreichen geladenen Gästen hinzu. Macron würdigte ebenfalls die Beziehungen zwischen beiden Ländern und rief dazu auf, diese weiter zu stärken: "Angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine und zahlreicher Krisen, die unsere Nationen und Gesellschaften treffen, müssen wir wieder Waffenbrüder werden."

Gutmann bleibt pessimistisch

Die US-Botschafterin in Deutschland, Amy Gutmann, sieht im Gegensatz zu Macron wenig Chancen für Gespräche mit Putin. "Wir haben derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass Putin bereit wäre zu verhandeln", sagte Gutmann der "Sächsischen Zeitung". "Aber wenn er es ist, bin ich sicher, dass die Ukraine dazu auch bereit sein wird. Sie wird bestimmen, wann sie ihre volle staatliche Integrität und Souveränität zurückerhalten hat. Aber Putin steht dem im Wege."

Die deutsche Reaktion auf den Krieg bezeichnete sie als "klar und mutig". Ihr sei bewußt, dass mit der aktuellen Situation "große Opfer" für alle Verbündeten der USA in Europa verbunden seien, beispielsweise durch die hohen Energiepreise. "Aber wahr ist doch auch: Niemand bringt so große Opfer wie die Menschen in der Ukraine. Wir tun alles, um sie zu unterstützen, aber nichts, um diesen Krieg weiter eskalieren zu lassen", sagte Gutmann. Das einzig akzeptable Ende dieses Krieges "ist für uns, dass die Ukraine gewinnt".

Quelle: ntv.de, lve/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen