Politik

Kabinettsumformung in Venezuela Maduro ernennt Drogenbaron zum Ölminister

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Der von den USA als Drogenhändler gesuchte El Aissami dient nun unter Präsident Maduro als venezolanischer Ölminister (Foto von 2018).

(Foto: imago/Agencia EFE)

Im internationalen Drogenhandel gilt Tareck El Aissami als eine Schlüsselfigur. Die USA führen ihn auf der Liste der zehn meistgesuchten Drogenhändler. Nun leitet er das Ölministerium in Venezuela. Auch ein Cousin des Ex-Präsidenten Chávez steigt auf.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat den früheren Vizepräsidenten Tareck El Aissami zum Erdölminister ernannt. Dieser wird von den USA des Drogenhandels bezichtigt. Neuer Präsident der staatlichen Erdölgesellschaft PDVSA wird laut einer offiziellen Mitteilung Asdrúbal José Chávez, ein Cousin von Maduros 2013 verstorbenem Vorgänger Hugo Chávez. Beide Ämter hatte zuvor Manuel Quevedo bekleidet.

El Aissami steht auf der Liste der zehn meistgesuchten Drogenhändler der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Die US-Behörden schreiben ihm "eine bedeutende Rolle" im internationalen Drogenhandel zu. Der 45-Jährige wird bezichtigt, mehr als 1000 Kilogramm Rauschgift per Flugzeug oder in Schiffen versendet zu haben, zum Teil mit Ziel USA. Bislang hatte El Aissami das Amt des Industrieministers inne.

Venezuela steckt in einer schweren politischen und wirtschaftlichen und Krise. Maduro war 2018 bei umstrittenen Wahlen für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Parlamentspräsident Juan Guaidó erklärte sich Anfang 2019 zum Interimspräsidenten und wurde von zahlreichen westlichen Ländern anerkannt. Insbesondere die USA versuchen, Maduro von der Macht zu verdrängen. Es gelang Guaidó aber nicht, einen Machtwechsel zu erzwingen. Maduro hat nach wie vor das Militär hinter sich und wird unter anderem von Russland und China unterstützt.

Quelle: ntv.de, cri/dpa