Politik

Krise nach Journalistinnen-Mord Maltas Premier Muscat will zurücktreten

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Premier Muscat will im Januar zurücktreten.

(Foto: REUTERS)

Zwei Jahre nach dem Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia stürzt der Regierungschef des EU-Landes über die Aufklärung des Falls. Premier Muscat kündigt seinen Rücktritt für Januar an. Zuvor war ein mutmaßlicher Drahtzieher des Mordes angeklagt worden.

Der maltesische Premierminister Joseph Muscat hat in der Krise um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia seinen Rücktritt für Januar angekündigt. Er werde weiter im Amt sein, bis im Januar ein neuer Vorsitzender seiner Partei gewählt werde, sagte Muscat in einer TV-Ansprache.

Der seit 2013 amtierende Premier zieht damit die Konsequenzen aus dem Skandal um die Ermordung der regierungskritischen Bloggerin vor mehr als zwei Jahren. Zuvor war ein möglicher Hintermann der Tat angeklagt worden. Derweil gingen weiterhin wütende Demonstranten gegen die Regierung auf die Straße und forderten den Rücktritt des Premierministers. Sie werfen der Führung ihres Landes Korruption vor und verlangen Gerechtigkeit für Caruana Galizia.

Die Journalistin war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Die damals 53-Jährige hatte unter anderem über Korruption bei Regierung und Geschäftsmännern auf Malta recherchiert. Drei Männer wurden festgenommen und angeklagt. Sie sollen den Sprengsatz gebaut und gezündet haben. Wer hinter ihnen steckte, ist bislang unklar.

Unternehmer angeklagt

Nun rückte ein Unternehmer als möglicher Auftraggeber in den Fokus, der auch Kontakte zur Regierung gehabt haben soll: Yorgen Fenech war festgenommen worden, als er angeblich mit einer Luxusjacht fliehen wollte. Am Samstag wurde er wegen Mittäterschaft an dem Mord angeklagt.

Fenech hatte angeboten, Informationen zu dem Mordfall zu liefern und im Gegenzug Straffreiheit gefordert. Dies war ihm verwehrt worden. Er will wissen, dass auch der Stabschef von Premier Muscat in den Mord verwickelt ist.

Fenech ist Direktor eines Konsortiums, das 2013 von der Regierung den Auftrag erhalten hatte, ein Gaskraftwerk zu bauen. 2018 kam heraus, dass ihm auch eine geheime Offshore-Gesellschaft namens "17 Black" gehörte. Caruana Galizia hatte Monate vor ihrem Tod über "17 Black" geschrieben.

Quelle: ntv.de, mli/dpa