Politik

Mord an Journalistin auf Malta Geschäftsmann wegen Beihilfe angeklagt

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Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto auf Malta in die Luft gesprengt worden.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Über zwei Jahre nach der Ermordung einer Journalistin auf Malta wird erstmals Anklage erhoben. Ein Geschäftsmann soll von dem geplanten Attentat gewusst haben. Dieser behauptet, dass die Regierung ebenfalls involviert war.

Im Skandal um die Ermordung der maltesischen Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia ist der Geschäftsmann Yorgen Fenech offiziell wegen Beihilfe zum Mord angeklagt worden. Bei der Anklageerhebung befanden sich auch der Ehemann der Ermordeten, ihre drei Söhne sowie ihre Eltern und Schwestern im Gerichtssaal.

Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Die damals 53-Jährige hatte unter anderem über Korruption bei Regierung und Geschäftsmännern auf Malta recherchiert. Drei Männer wurden bisher festgenommen und angeklagt. Sie sollen den Sprengsatz gebaut und gezündet haben. Wer hinter ihnen steckte, ist bislang unklar.

Fenech hatte angeboten, Informationen zu dem Mordfall zu liefern und im Gegenzug Straffreiheit gefordert. Dies war ihm verwehrt worden. Er will wissen, dass auch der Stabschef der Premierministers, Joseph Muscat, in den Mord verwickelt ist.

Brachte "17 Black" Caruana den Tod?

Fenech ist Direktor eines Konsortiums, das 2013 von der Regierung den Auftrag erhalten hatte, ein Gaskraftwerk zu bauen. 2018 kam heraus, dass ihm auch eine geheime Offshore-Gesellschaft namens "17 Black" gehörte. Caruana Galizia hatte Monate vor ihrem Tod über "17 Black" geschrieben.

Wütende Demonstranten waren in der vergangenen Woche wiederholt gegen die Regierung auf die Straße gegangen und hatten den Rücktritt des Premierministers gefordert. Sie werfen der Führung ihres Landes Korruption vor und verlangen Gerechtigkeit für Caruana Galizia. Vor dem Hintergrund der Mordermittlungen war auch Stabschef Schembri von seinem Posten zurückgetreten und vorübergehend festgenommen worden. Er und der frühere Energie- und Tourismusminister Konrad Mizzi waren von Caruana Galizia bezichtigt worden, Schmiergelder von Fenech angenommen zu haben. Alle beteuern ihre Unschuld.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa