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Vorwürfe gegen Trumps Ex-Berater Manafort übermittelte Wahlkampf-Daten an Russland

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Der Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort soll über seine Verbindungen zu Russland gelogen haben.

picture alliance/dpa

Für Donald Trump wird es im Zuge der Ermittlungen zur Russland-Affäre enger: Sein ehemaliger Wahlkampfchef Manafort soll Daten an einen russischen Geschäftspartner weitergeleitet haben. Manafort gibt an, diese Verbindung vergessen zu haben.

Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort hat Medienberichten zufolge während des US-Wahlkampfes 2016 Wahlkampf-Daten an einen Geschäftspartner russischer Geheimdienste weitergegeben. Dies sollen nach Berichten verschiedener US-Medien Gerichtsakten belegen, die Manaforts Anwälte veröffentlichten. Laut "New York Times" stammten die weitergegebenen Umfragedaten teilweise von einer privaten Firma, die für Trumps Wahlkampfteam arbeitete.

Der US-Sonderermittler Robert Mueller bezichtigt Manafort und andere Wahlkampfhelfer des heutigen Präsidenten Trump, geheime Absprachen mit russischen Vertretern getroffen und darüber gelogen zu haben. Sonderermittler Mueller hatte Manafort im November vorgeworfen, ihn selbst sowie die Bundespolizei FBI belogen zu haben, noch nachdem Manafort sich zu einer Zusammenarbeit mit ihnen bereit erklärt hatte. Eine zuvor geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen Mueller und Manafort war damit hinfällig.

Worüber Trumps ehemaliger Wahlkampfchef gelogen haben sollte, führte Mueller seinerzeit nicht aus. In einem nun bei Gericht eingereichten Dokument weist Manafort den Vorwurf von Sonderermittler Robert Mueller zurück, über den Kontakt mit Konstantin Kilimnik gelogen zu haben. Er habe während der hektischen Wahlkampfzeit lediglich Details vergessen, hieß es.

Friedensplan für Ukraine

In der von Manafort eingereichten Antwort sind die damals geschwärzten Stellen in Muellers Dokument lesbar. Aus ihnen geht hervor, dass der Sonderermittler Manafort zu dessen Gesprächen mit Kilimnik im Jahr 2016 über einen möglichen Friedensplan für die Ukraine befragte, wo beide zuvor zusammen für eine russlandfreundliche Partei gearbeitet hatten.

Die Informationen könnten insofern relevant sein, als dass Manafort eine wichtige Rolle dabei gespielt haben soll, die Position der US-Republikaner zum Ukrainekonflikt in eine moskaufreundlichere Richtung gelenkt zu haben.

Die Verteidiger des Ex-Wahlkampfchefs argumentierten in Bezug auf Muellers Vorwürfe, ihr Mandant sei während des Wahlkampfes so beschäftigt gewesen, dass er sich nicht an jede Unterhaltung erinnern könne. Das gelte auch für die Behauptung, Manafort habe darüber gelogen, Umfragedaten an Kilimnik weitergeleitet zu haben.

Weitere Angeklagte

Manafort hatte Trumps Wahlkampfteam zwei Monate lang geleitet. Er musste den Posten im August 2016 abgeben, nachdem mutmaßliche Geldflüsse an ihn aus dem Umfeld des prorussischen Ex-Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, bekannt geworden waren.

Im August wurde der Ex-Lobbyist in einem ersten Prozess wegen Steuer- und Bankenbetrugs im Zusammenhang mit seiner Ukraine-Arbeit schuldig gesprochen; die Verkündung seines Strafmaßes in diesem Verfahren steht noch aus. In einem anderen Fall bekannte Manafort sich schuldig.

Ebenfalls am Dienstag war die russische Anwältin Natalja Wesselnizkaja wegen Justizbehinderung angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft in New York wirft ihr vor, Ermittlungen in einem Geldwäschefall behindert zu haben. Die Anwältin spielt auch eine Rolle in der Russland-Affäre um Donald Trump, weil sie sich während des Wahlkampfes mit Manafort sowie mit Trumps Sohn Donald Trump Jr. und Schwiegersohn Jared Kushner getroffen hatte. Trumps Sohn war für das Treffen kompromittierendes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton versprochen worden.

Quelle: n-tv.de, psa/AFP/dpa

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