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Ramaphosa ist neuer Staatschef Mandelas Erbe übernimmt in Südafrika

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Ramaphosa spricht vor dem Hintergrund eines Mandela-Porträts.

(Foto: picture alliance / Uncredited/AP)

Nach Jahren politischer Skandale und des wirtschaftlichen Zerfalls übernimmt Cyril Ramaphosa das Präsidentenamt in Südafrika. Der Mann galt einst als Favorit der Anti-Apartheids-Ikone Mandela. Doch am Reformeifer des Multimillionärs gibt es Zweifel.

Fast 20 Jahre musste er warten: Bereits 1999 war Cyril Ramaphosa aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge Nelson Mandelas als Präsident Südafrikas. Als daraus nichts wurde, wandte er sich - äußerst erfolgreich - der Geschäftswelt zu. Mit dem Rückzug des skandalumwitterten Präsidenten Jacob Zuma wird der Traum des Multimillionärs und Ex-Gewerkschafters Ramaphosa nun doch noch wahr.

Bereits im Dezember hatte Ramaphosa den Machtkampf in der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) für sich entschieden. Die Partei des legendären Anti-Apartheid-Kämpfers Mandela wählte ihn zu ihrem neuen Vorsitzenden, Zuma musste Platz machen. Den Weg ins Präsidentenamt machte Zuma seinem Konkurrenten ungleich schwerer: Bis zuletzt widersetzte sich der 75-Jährige mit aller Kraft der Entmachtung durch die eigene Partei. Erst als ihm die Absetzung durch ein parlamentarisches Misstrauensvotum drohte, gab Zuma auf - am Abend erklärte er seinen Rücktritt.

Vom Studenten zum Gewerkschaftsführer

Ramaphosas Aufstieg zum mächtigsten Mann Südafrikas hätte den vor fünf Jahren verstorbenen Nelson Mandela sicherlich nicht überrascht. Der Friedensnobelpreisträger nannte Ramaphosa einst den begabtesten Anführer der "neuen Generation" - junge Anti-Apartheid-Aktivisten, die in den 70er Jahren die Plätze der inhaftierten Vatergeneration einnahmen.

Ramaphosa wurde 1952 in Soweto geboren, dem berühmten Township im Südwesten Johannesburgs, ein Zentrum des Widerstands gegen die Apartheid. Als Student politisierte er sich. 1974 wurde er festgenommen und verbrachte elf Monate in Einzelhaft. Nach seinem Studium gründete Ramaphosa im Jahr 1982 die mächtige Bergarbeitergewerkschaft NUM, die fünf Jahre später mit massiven Streiks an den Grundfesten der weißen Herrschaft rüttelte.

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Zuma und Ramaphosa kamen lange Zeit gut miteinander aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Doch 1997 zog er sich aus der Politik zurück; Mandela machte Thabo Mbeki zu seinem Nachfolger. Ramaphosa ging in die Wirtschaft - und wurde unter anderem mit Investments im Bergbausektor Multimillionär. Er ist an zahlreichen Unternehmen beteiligt, eine Zeit lang hielt er sogar die Franchise-Rechte für McDonalds Südafrika. Das Magazin "Forbes"  schätzt sein Vermögen auf 450 Millionen US-Dollar (417 Millionen Euro).

Der Mann an Zumas Seite

Für umso mehr Irritation sorgte Ramaphosas Rolle während der Bergarbeiterstreiks 2012, als vor der Platinmine von Marikana 34 Kumpel von der Polizei erschossen wurden. Ramaphosa war damals Aufsichtsratsmitglied des Minenbetreibers Lonmin und hatte kurz vor dem Massaker ein hartes Vorgehen gegen die Streikenden gefordert. Später entschuldigte er sich.

Im gleichen Jahr kehrte Ramaphosa auf die politische Bühne zurück und wurde zum ANC-Vize hinter Jacob Zuma gewählt. 2014 wurde er Südafrikas Vizepräsident - eine ambivalente Rolle: Einerseits musste er Zuma, von Korruptionsvorwürfen überhäuft, unterstützen. Andererseits kritisierte er ihn hin und wieder, wenn auch nur vorsichtig.

Oppositionsführer Mmusi Maimane von der Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) wirft ihm daher Komplizenschaft vor. Ramaphosa sei "bestenfalls" ein "stiller Vizepräsident" gewesen, sagte er. Und Ramaphosas Biograf Ray Hartley schrieb in seinem Buch "The Man Who Would Be King", der neue ANC-Chef habe zwar "keine Verbindung zu den Korruptionsskandalen", die Südafrika in den vergangenen Jahren heimgesucht haben. Er sei aber wohl eher "mächtiger Insider als radikaler Reformer".

Dabei spielte Ramaphosa eine entscheidende Rolle beim friedlichen Übergang Südafrikas von einem auf Rassenideologie basierenden autoritären Staat zur Demokratie. Er war der Chefunterhändler des ANC, später führte er die Gruppe an, die die neue Verfassung des Landes ausarbeitete.

Quelle: n-tv.de, von Gregory Walton, AFP

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