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Angreifer rief "Allahu Akbar" Mann ersticht zwei Frauen in Marseille

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Schwer bewaffnete Einsatzkräfte riegeln den Tatort in Marseille ab.

(Foto: REUTERS)

Mit einem Messer sticht ein Angreifer am Bahnhof Saint-Charles auf Passanten ein, zwei Frauen kommen ums Leben. Soldaten schießen den Mann nieder. Vor dem Angriff soll er "Allahu Akbar" gerufen haben.

Französische Sicherheitskräfte haben in Marseille einen offenbar islamistischen Messer-Angreifer erschossen. Der Mann habe gegen 13.45 Uhr Passanten angegriffen und dabei zwei Frauen getötet. Der Angreifer habe "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Er wurde von Soldaten erschossen. Die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft in Paris übernahm die Ermittlungen. Inzwischen hat sich der IS zu dem Anschlag bekannt.

Der Angriff ereignete sich am Bahnhof Saint-Charles im Zentrum der südfranzösischen Hafenstadt. Die Polizei riegelte das Gebiet ab. Die Behörden forderte Reisende und Anwohner auf, das Gebiet um den Bahnhof wegen eines laufenden Einsatzes zu meiden. Der Verkehr wurde umgeleitet. Schwerbewaffnete Soldaten und Polizisten bezogen auf der großen Bahnhofstreppe Stellung. Innenminister Gerard Collomb kündigte umgehend an, in die südfranzösische Stadt zu reisen.

Soldaten der Anti-Terror-Operation Sentinelle, die unter anderem an wichtigen Bahnhöfen in Frankreich patrouillieren, stellten den Angreifer und schossen ihn nieder. Er sei "neutralisiert" worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. "Zwei seiner Opfer sind gestorben", bestätigte Olivier de Mazières von der Präfektur. Die für alle Terrorfälle in Frankreich zuständige Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben und versuchten Mordes an Amtspersonen.

Militäreinsatz im Inland

In Frankreich zählen schwer bewaffnete Soldaten vor öffentlichen Einrichtungen seit Jahren zum Alltagsbild. Im Rahmen des Inlandseinsatzes "Sentinelle" laufen mit Sturmgewehren bewaffnete Dreier- und Vierer-Trupps Patrouille, um Flughäfen, Bahnhöfe, Synagogen und Touristenattraktionen vor Terrorüberfälle zu schützen.

Der Militäreinsatz wurde kurz nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris gestartet. Tag für Tag sind etwa 7000 Soldaten im Antiterroreinsatz auf den Straßen unterwegs.

Zuletzt hatte es Mitte September in der Pariser U-Bahn eine Messerattacke auf einen Soldaten gegeben, der aber unverletzt blieb. Frankreich verzeichnete bereits mehrfach Anschläge auf Sicherheitskräfte. Anfang August war ein Auto in einem Pariser Vorort in eine Gruppe Soldaten gerast. Dabei erlitten sechs Militärangehörige Verletzungen.

Ausnahmezustand auf Dauer?

Der Vorfall in Marseille ereignete sich zwei Tage vor der Parlamentsabstimmung über einen umstrittenen Entwurf für ein Anti-Terrorgesetz. Demnach sollen bestimmte Maßnahmen des geltenden Ausnahmezustands in normales Recht überführt werden. Den Ausnahmezustand hatte die Regierung des damaligen Präsidenten François Hollande nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 mit 130 Toten verhängt.

Am Montag beginnt in Paris der Prozess gegen Abdelkader Merah, dessen Bruder eine jüdische Schule in Toulouse angegriffen hatte. Merah wird Beihilfe zur Last gelegt. Sein Bruder, Mohammed Merah, hatte im März 2012 vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer erschossen. Er tötete zudem drei Soldaten. In Frankreich sind seit Anfang 2015 bei islamistischen Anschlägen insgesamt 239 Menschen getötet worden.

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Quelle: n-tv.de, bdk/AFP/dpa/rts

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