Politik

Berlin zieht als Letztes nach Maskenpflicht im Handel gilt bundesweit

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Auch in Berlin müssen Kunden nun bei Betreten von Geschäften eine Maske tragen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wie schon in Bussen und Bahnen gilt nun auch im Einzelhandel bundesweit eine Maskenpflicht. Berlin führt sie als letztes Bundesland ein. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine weitere Maskenpflicht.

Bundesweit einheitliches Vorgehen bei der Maskenpflicht: Ab Mittwoch (29. April) müssen auch die Menschen in Berlin beim Einkaufen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um die Übertragung des Coronavirus einzudämmen. Eine entsprechende Regelung für den Handel beschloss der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur.

Berlin ist das letzte Bundesland, das diesen Weg geht. Seit Montag gilt in der Hauptstadt die Verpflichtung, Mund und Nase zu bedecken, für Busse, U- und S-Bahn. Für Geschäfte hatte der rot-rot-grüne Senat zunächst auf eine solche Vorgabe verzichtet und es bei einer dringenden Empfehlung belassen. Allerdings stand Berlin damit allein da: Alle anderen Bundesländer hatte in der Vorwoche eine Maskenpflicht für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Einzelhandel beschlossen.

Dadurch erhöhte sich der Druck, auch in Berlin so zu verfahren. Mehrere SPD-Landespolitiker schwenkten in den vergangenen Tagen zum Unmut der beiden Koalitionspartner öffentlichkeitswirksam um und forderten eine solche Verpflichtung für den Einzelhandel. Darunter war Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci.

Patienten in Mecklenburg-Vorpommern müssen künftig auch in Arztpraxen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Laut einem Kabinettsbeschluss seien wie im Einzelhandel auch hier eine Alltagsmaske, ein Schal oder ein Tuch erlaubt, erklärte Landesgesundheitsminister Harry Glawe. Die Maskenpflicht gelte auch in Psychotherapie-Praxen und in Praxen anderer Gesundheitsberufe. Wer hinter einer Plexiglas-Scheibe sitze - zum Beispiel am Tresen einer Arztpraxis - müsse keinen Mundschutz tragen. Auch Kinder bis zum Schuleintritt sowie Menschen, die aus medizinischen oder psychischen Gründen keine Maske tragen können, seien von der Pflicht befreit.

Besondere Vorsicht mit Masken bei Kindern

Experten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin halten eine Maskenpflicht für Kita-Kinder für "definitiv nicht umsetzbar". "Auch in den unteren Klassen der Grundschule wird das sehr schwierig", heißt es in einer veröffentlichten Empfehlung zum Tragen von Masken bei Kindern. Schutzmasken sollen helfen, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu begrenzen.

Den Experten zufolge ist es hingegen "sinnvoll und auch längerfristig zumut- und umsetzbar", wenn Kinder ab dem Grundschulalter in Begleitung von Erwachsenen im öffentlichen Raum, also beim Einkaufen oder in Bus und Bahn eine Maske tragen. Für jüngere Kinder empfehlen sie Masken in Risikobereichen wie etwa Krankenhäusern. Anordnungen zum Tragen von Masken würden wahrscheinlich ein Jahr oder länger dauern, hieß es auch. Die Regelungen müssten also auch noch bei Temperaturen von über 30 Grad oder im Winter umsetzbar sein, warnen die Ärzte.

Besondere Vorsicht sei bei Kindern mit akuten oder chronischen Erkrankungen der Atemwege oder des Herzkreislaufsystems geboten, wenn sie in ihrer Lungenfunktion beeinträchtigt sind, denn das Atmen werde mit Schutzmasken erschwert. "Säuglinge sollten zur Prävention des plötzlichen Kindstodes generell keine Masken tragen." Wichtig sei zudem ein durchlässiger Stoff: "Wenn der Stoff zu dicht ist und der Atemzug damit wesentlich beeinträchtigt wird, wird zwangsläufig an der Maske vorbei geatmet und der gewünschte Schutzeffekt wird nicht erzielt".

Ein Nasen-Mund-Schutz kann nach Auskunft von Virologen verhindern, dass der Träger andere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nicht zu verwechseln ist ein solcher Schutz mit medizinischen Masken, mit denen sich auch der Träger vor Ansteckung schützen kann. Als Mund-Nasen-Schutz gelten in Berlin nicht nur eine einfache OP-Maske und selbstgenähte oder gekaufte Modelle aus Stoff oder Flies. Auch eine Bedeckung des Gesichts mit einem Tuch oder einem Schal reicht schon aus, um der Maskenpflicht nachzukommen.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa