Politik

Trotz Drohungen der Regierung Massen demonstrieren gegen Lukaschenko

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Die Behörden in Belarus warnten vor der Teilnahme an der "illegalen Demonstration".

(Foto: picture alliance/dpa)

Wieder versammeln sich Zehntausende Menschen in Minsk, um den Rücktritt von Präsident Lukaschenko zu fordern. Dieser hatte zuvor bereits drastische Maßnahmen angekündigt. Kurz nach Beginn der Proteste berichten lokale Medien, Polizisten würden mit Wasserwerfern Richtung Demonstranten vorrücken.

Zehntausende Menschen haben in Belarus zwei Wochen nach der umstrittenen Präsidentenwahl mit neuen Massenprotesten gegen Staatschef Alexander Lukaschenko begonnen. Auf dem Unabhängigkeitsplatz in Minsk kamen am Nachmittag Bürger aller Schichten aus allen Teilen der Hauptstadt zusammen - trotz massiver Drohungen des Machtapparats. Viele von ihnen schwenkten die Fahne der Opposition. In Sprechchören forderten sie den Rücktritt des seit 26 Jahren mit harter Hand regierenden Staatschefs und Neuwahlen. Sie riefen: "Uchodi!" - zu Deutsch: Hau ab! Es handelt sich um friedliche Proteste. Im Anschluss war auch ein Marsch der Freiheit für ein neues Belarus geplant.

Weil die Sicherheitskräfte viele Metrostationen sperrten, machten sich große Menschengruppen zu Fuß auf den Weg. Die Polizei warnte in Lautsprecherdurchsagen vor der Teilnahme an der ungenehmigten Kundgebung. Im Vorfeld der von der Opposition angekündigten Proteste warnten die Behörden alle Staatsbürger vor der Teilnahme an "illegalen Demonstrationen". In lokalen Online-Medien wurden Videos veröffentlicht, die Polizisten in Kampfmontur und mit Wasserkanonen zeigten. Diese rückten offensichtlich Richtung Unabhängigkeitsplatz vor.

Bei einer Großdemonstration mit einem Protestzug am vergangenen Sonntag waren Hunderttausende zusammengekommen. Generalmajor Iwan Kubrakow von der städtischen Miliz, wie die Polizei in Belarus genannt wird, warnte in einer Videobotschaft, es bestehe die Gefahr einer Provokation. Die Menschen sollten sich fernhalten von dem Platz.

Staatschef Lukaschenko hatte mit "hartem Durchgreifen" gedroht, um die Ex-Sowjetrepublik wieder zur Ruhe zu bringen. Das Verteidigungsministerium warnte in einer Mitteilung: "Falls es Störungen der Ordnung oder Unruhen auf diesen Plätzen geben sollte, werden Sie es schon nicht mehr mit der Miliz zu tun bekommen, sondern mit der Armee". Lukaschenko hatte immer wieder damit gedroht, notfalls auch die Armee zur Sicherung seiner Macht einzusetzen. Viele Bürger in Belarus betonen seit Wochen, dass sie keine Angst mehr hätten vor "Europas letztem Diktator".

Quelle: ntv.de, chf/AFP/dpa

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